Fußball

Das violette Minus sank von 18,8 auf 4,6 Millionen

Zwölf Stunden langen zwischen Austrias Entscheidung, finale Gespräche über den Verkauf von 49,9 Prozent der Austria AG mit der „Viola Investment GmbH“ zu führen, und der Veröffentlichtung der Wirtschaftszahlen der Bundesliga für die Saison 20/21, die Austrais AG-Vorstand Gerhard Krisch bereits Sonntag bei „Sky“ als Nebengeräusche abtat.  Aber es sind für Violett wieder ganz schlimme. Auch wenn mit dem dritthöchsten Umsatz der Liga (29,92 Millionen) das Minus im Vergleich zur Saison 19/20 von 18,84 Millionen Euro auf 4,68 Millionen sank, es bleibt eine Horror-Bilanz. Wenn die überhaupt so stimmt. Denn es handelt sich um ungeprüfte Angaben. Ohne Bestätigungsvermerk eines Wirtschaftsprüfers, den es für das Rekordminus noch gab. Für das der letzten Saison nicht. Das heißt, das Defizit kann noch höher sein. Je länger der Bestätigungsvermerk fehlt, desto schwerer müssten die Sanktionen der Liga bezüglich der Lizenz für die Saison 2022/23 ausfallen. Das heißt: Die Entscheidung für „Viola Investment“ hat vorerst gar nichts an der prekären Lage der Austria mit Insolvenzgefahr etc. geändert. Eigentlich müsste Nägel mit Köpfen gemacht werden.

Außer der Wiener Austria haben noch drei der zwölf Klubs ein Minus. Auch die Klagenfurter Austria, der sportlich bisher über den Erwartungen blieb. Die letzte Saison in der zweiten Liga brachte aber einen Abgang von 3,5 Millionen. Auch nicht gerade wenig. Mit einem Minus bilanzierten auch Sturm Graz (500.000) und die Admira (469.000). Das größte Plus hat wie erwartet Meister Red Bull Salzburg, das trotz  Rekordverkaufs von Patson Daka an Leicester mit 4,975 Millionen deutlich geringer ausfiel als ein Jahr zuvor mit 40,364, als Munas Dabbur, Erling Haaland, Xaver Schlager und Stefan Lainer verkauft werden.  Salzburg hat 90 Millionen Finanzreserven, den höchsten Personalaufwand (53,3 Millionen), knackte wieder die 100 Millionen-Grenze im Umsatz. Ist der einzige Bundesligaklub, der nicht die Hilfen aus dem stattlichen Sportleistungsfonds in Anspruch nimmt.

Nur die Vereine dürfen bekannt geben, wie viel sie daraus bekamen.  Den zweitgrößten Gewinn verzeichnete Wolfsberg mit 1,491 Millionen dank der Erfolge in der Europa League,  dann kommt WSG Tirol (1,037 Millionen) noch vor Rapid (697.000 bei 40,47 Millionen Umsatz). Für Grün-Weiß mit Personalkosten von 21,227 Millionen nach dem Minus von 2019/20 in Höhe von 199.000 ein „Fortschritt“. Der LASK hat nur noch einen Gewinn von 79.000, ein Jahr zuvor waren es 4,278 Millionen. Ried verzeichnete in der Saison nach dem Aufstieg mehr Gewinn als der Oberösterreich-Rivale, nämlich 491.000, kam mit Erträgen von 8,43 Millionen sogar auf den höchsten Umsatz der Klubgeschichte. St. Pölten blieb trotz Abstieg in die zweite Liga ein Gewinn von 431.000 Euro blieb. Das begründete General Manager Andreas Blumauer auch mit weniger Prämienzahlungen an die Profis im Zuge der Misserfolge im Frühjahr. Trotz Corona stieg zur Freude von Ligavorstand Christian Ebenbauer der Werbewert der Liga um 13 Prozent.

Die Spielerberater verdienen in der Bundesliga noch immer nicht schlecht. Wenn auch mit 6,935 Millionen um 1,26 weniger als eine Saison davor.  Am meisten gab Wolfsberg für Beraterdienste aus (1,466 Millionen), es folgen Rapid (972.000), Salzburg (912,000), Sturm Graz (842.000) und die Austria (808.000). Am wenigsten war für die Berater in Tirol zu verdienen. Nicht einmal eine sechsstellige Summe, sondern nur 93.000 Euro.

Foto: Gepa/Admiral.

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