Statt Rapid Serbiens Rekordmeister Roter Stern Belgrad: Auch bei der achten Station seiner Profikarriere nach Twente Enschede, Werder Bremen, Stoke, West Ham, Shanghai Port, Bologna und Inter Maiand blieb Marko Arautovic seinem Prinzip treu, das finanzielle beste Angebot anzunehmen. Wie Roter Stern-Boss Zverdan Terzic stolz verkündete, ist der 36 jährige der Topverdiener der Vereinsgeschichte. Noch nie zahlte „Crvena Zvezda“ einem Spieler für einen Zweijahresvertrag fünf Millionen Euro netto. Arnautovic schon. Er soll nach dem Ende der Karriere in anderen Funktion beim serbischen Topklub bleiben. Das ist gut für sein Selbstwertgefühl. Er könnte nicht der letzten Oldie sein, den Roter Stern holt: Der 32 jährige Linksfuß Filip Kostic, zuletzt von Juventus an Fenerbahce Istanbul verliehen, ist ebenso ein Thema wie der seit einem Jahr vereinslose Dusan Tadic . Er ist so wie Arnautovic 36.
In Serbien begann am Wochenende die Meisterschaft. Roter Stern fertigte papierformgemäß FK Javor vor 10.000 Zuschauern im Stadion Rajko Mitic, genannt „Marakana“, 4:0 ab. Dort soll Arnautovic nächste Woche im Retourspiel der Champions League gegen Lincoln Red Imps aus Gibraltar erstmals das Trikot von Roter Stern tragen. In der dritten Runde trifft Roter Stern auf den Sieger aus Lech Posen und Breidablik aus Island, auch das ist machbar. Wenn es nicht mit der Qualifikation für die Ligaphase der Champions League kommt, kann es bei den fanatischen Fans „ungemütlich“ werden.
Fünf Millionen netto waren für Rapid finanziell unmöglich zu stemmen. Man tat sich schon schwer, die angebotenen sechs Millionen brutto zu „sichern“. Der Vater von Arnautović ist Serbe. Marko trug bei den ersten seiner inzwischen 125 Länderspiele einen Schuh mit serbischer Fahne und einen mit österreichischer. Bei Rapid wurde das Thema Arnautovic nach einem längeren persönlichen Gespräch mit Trainer Peter Stöger sozusagen abmoderiert. Es hat in der Kabine keine Spuren hinterlassen, wie Kapitän Mathias Seidl versicherte. Möglich, dass bald auch Roter Sterns Trainer Vladen Milojevic zur Ansicht kommen wird, dass Arnautovic kein Spieler für 90 Minuten mehr ist, besonders in englischen Wochen. Beim Startsieg spielten im Angriff je ein Legionär aus Angola (Joao Milson) und Senegal (Cherif Ndiaye). Bei Roter Stern wird es Arnautovic leichter haben, sich in Szene zu setzen als bei Rapid. Denn die serbische Liga ist schwächer als Österreichs Bundesliga. Das sagt einer, der es wissen muss: Aleksandar Dragovic spielte vor der Rückkehr zur Wiener Austria drei Jahre bei Roter Stern, war in seiner letzten Saison Kapitän.
Foto: Roter Stern Belgrad.