Erstmals seit 48 Jahren wanderte diese Woche der österreichische Meistertitel im Eishockey wieder nach Graz. 1978 gewann der ATSE Graz zum zweiten und letzten Mal in der Klubgeschichte den Titel. Mit dem legendären Hans Dobida, dem späteren österreichischen Verbandspräsidenten, als Sektionsleiter, Helmut Jäger als Trainer, dem Kult-Goalie Franz Schilcher, den herausragenden Legionären Bill Klatt und Jim Boyd. Seit der KAC am Mittwoch in der Viertelfinalserie ausschied, sind die Grazer 99 ers erstmals österreichischer Meister. Eine Genugtuung für den ehrgeizigen Präsidenten Herbert Jerich, die ihm aber nicht reicht. Für ihn zählt nur der Triumph in der ICE -League, der Ligapokal. Nur er entschied bereits nach einem Viertel der Saison, am 25. Oktober nach einem 2:3 bei den Black Wings Linz nach Verlängerung, Head Coach Harry Lange, der inzwischen die Düsseldorfer EG trainiert, zu entlassen. Weil er befürchtete, wie eine Saison zuvor mit Lange nicht Meister zu werden. Sportchef Philipp Pinter engagierte den 56 jährigen Kanadier Dan Lacroix, der in der NHL Assistant Coach bei den New Xork Islanders, den New York Rangers, Tampa und den Montreal Canadians war, mit den Kölner Haien 2019 das Semifinale der deutschen Liga erreicht hatte. Die Entwicklung gab Jerich recht.
Sonntagnachmittag beginnt in der ausverkauften Liebenau-Halle die Semifinalserie zwischen den Grazern, die auch den Grunddurchgang als Erster beendeten und Fehervar, live zu sehen in ORF 1, in Bruneck die zwischen Salzburg-Bezwinger Pustertal und Laibach. Keines der vier Teams konnte bisher den Ligapokal holen. Die Grazer sind der einzige Klub aus den ersten vier des Grunddurchgangs, der ins Semifinale kam. Auch deshalb sind sie Favorit. Fehervar qualifizierte sich erst 34 Sekunden vor Ende des letzten Spiels im Grunddurchgang durch den Ausgleich zum 2:2 im ungarischen Duell gegen Ferencváros für die Pre-Play-offs, eliminierte dort die Vienna Capitals, im Viertelfinale unerwartet den KAC mit 4:2-Siegen. Graz eliminierte Villach mit einem „sweep“, sprich vier Siegen, hatte daher vor dem Semifinale acht Tage mehr Zeit zur Regenration als Fehervar. Für die 99 ers ist es das dritte Semifinale, ins Finale kamen sie noch nie. Fehervar vor vier Jahren mit Kevin Constantine als Trainer, der heuer mit den Vienna Capitals an seinem Ex-Team scheiterte.
Die Steirer gewannen in dieser Saison beide Heimspiele gegen Fehervar (9:4, 4:2), verloren zweimal in Székesfehérvár (1:2, 2:5). Ein entscheidender Faktor bei beiden Teams sind die Torhüter: Bei Graz der 33 jährige Kanadier Maxime Lagace, der für Las Vegas, Pittsburgh und Tampa 20 NHL-Spiele bestritt, in den letzten zwei Saisonen in Schweden bei Färjestad nach 67 Partien eine Save-Percentage von 92,7 Prozent hatte.r Das in Graz ist ähnlich hoch, auf jeden Fall das beste dr Liga. Der Rückhalt bei Fhervar ist der ebenfalls 33-jährige Finne Rasmus Reijola (Bild) ,an dem die Vienna Capitals und der KAC „zerbrachen“. Fix bei den Grazern ist bereits, dass der 36-jährige Verteidiger Nick Bailen mit Saisonende die 99ers verlässt. Wie man hört, soll der Amerikaner zu den Vienna Capitals wechseln.
Foto: Ice League.