Fußball

Der ewige Pechvogel Marko Raguz schoss Austria erstmals ins Glück

Seit drei Jahren ist Marko Raguz bei der Wiener Austria. Samstag schoss der 27 jährige Stürmer in der ersten Minute der Nachspielzeit sein erstes Siegestor zum 2:1 (1:0) gegen den GAK. Bisher galt der gebürtige Grieskirchener, der in seiner guten Zeit beim LASK einer der torgefährlichsten Spieler in der Bundesliga war, wegen seiner Verletzungshistorie als ewiger Pechvogel. Dem ehemaligen Sportvorstand Jürgen Werner war es im Sommer 2022 1,3 Millionen Euro wert, Raguz zu kaufen. Obwohl er von dessen Fitnessproblemen durch eine Schambeinentzündung wusste. Werner gab bald zu, dass sich das Risiko bisher nicht bezahlt machte, bezeichnete die Kritik an seiner Entscheidung als richtig.  Vielleicht wendet sich noch das Blatt. Raguz erzielte in Violett sein erstes Tor in der Bundesliga, insgesamt erst das zweite in 29 Spielen. Mehr als hundert versäumte er. Zuletzt traf Raguz am 1. Februar 2025, als er im Cupviertelfinale beim Sturm Graz sechs Minuten vor Schuss eingewechselt wurde und zum 0:2 traf.

Zwei Jahre lang wechselte Raguz von einem Arzt zum anderen. Sowohl im In- als auch im Ausland. In England kam der Hinweis, dass die Schambeinentzündung nicht der einzige Grund für die Beschwerden war, sondern auch die Hüfte. Seit einem halben Jahr ist Raguz wieder im Trainingsbetrieb: „Ich wurde Stück für Stück besser. Ich hatte schon vergessen, wie es ist, Tore zu schießen. Schon ein geiles Gefühl!“ Austrias Trainer Christoph Helm traute ihm wegen der langen Pause noch nicht viel zu. Samstag kam er neun Minuten vor Schluss für Manprit Sarkaria, insgesamt spielte Raguz diese Saison in der Bundesliga bei fünf Einsätzen nur 29 Minuten, beim Cup-k.o. in Voitsberg neun. Gegen den GAK schoss er die Austria ins große Glück: „Es ging um drei Punkte, nicht um einen  Schönheitspreis“, meinte Helm.

Der GAK hatte die ersten Chancen im Spiel, Austria kam aus dem Nichts nach einem Eckball von Sarkaria durch einen Kopfball von Innenverteidiger Tin Plavotic nach 29 Minuten zur Führung. Es war Glück dabei, dass die Austria zu diesem Zeitpunkt noch mit elf spielte. Denn die Attacke von Aleksandr Dragovic  an Ramiz Harakate ohne Chance auf den Ball war nach neun Minuten rotwürdig, Referee Harald Lechner beließ es bei Gelb. GAK-Trainer Ferdinand Feldhofer bezeichnete die Attacke im Sky-Interview martialisch übertrieben sogar als „Mordanschlag!“ Auch bei den Verlierern kam der Torschütze von der Bank. Kapitän Daniel Maderner spielte ab der 46. Minute, brauchte nur sechs bis zum Ausgleich, als er Tormann Samuel Sahin Radlinger gekonnt überspielte und durch einen Heber auch den Rettungsversuch von Philipp Wiesinger scheitern ließ. Maderner war gefährlicher als alle anderen GAK-Spieler. Warum er nicht zum ersten Mal auf die Bank musste, bleibt Feldhofers „Geheimnis“. Das Raguz-Tor war nicht das späteste der drei Samstag-Spiele. Das erzielte Rieds Sambia-Stürmer Kingstone Mutandwa in der 97. Minute zum 2:1 (0:0) im Oberösterreich-Duell gegen Blau Weiß Linz. Er nützte einen Fehler von Torhüter Viktor Baier per Kopf zu seinem siebenten Saisontreffer.  Sowohl der Letzte (GAK) als auch der Vorletzte (Blau Weiß) bezogen späte 1:2-Niederlagen. Die Linzer verloren zum vierten Mal hintereinander.

Für die Austria war das späte Raguz-Siegestor auch deshalb sehr wichtig, weil mit Hartberg ein Konkurrent um einen Platz unter den ersten sechs in Wolfsberg trotz 17 Schüssen weniger 2:1 (1:0) gewann, seit fünf Runden ungeschlagen ist. Eine der seltenen Patzer von Tormann Nicolas Polster brachte Wolfsberg in Rückstand, Hartbergs Verteidiger Max Hennig traf. Nach 48 Minuten waren die Steirer nach Gelb-Rot für Stürmer Marc Hoffmann an seinem 22. Geburtstag in Unterzahl, Elias Havel traf aus einem Konter zum 0:2. Wolfsbergs Dauer-Offensive brachte mit Hartberger Hilfe (Eigentor von Dominik Vincze) das 1:2. Anders als gegen den LASK und Altach brachte Hartberg diesmal einen Vorsprung über die Zeit.  Wolfsberg gewann von den vier Spielen unter Peter Pacult nur das auswärts gegen Meister Sturm.

 

Foto: APA/Georg Hochmuth.

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