Samstagvormittag präsentierte Sturm Graz mit Erencan Yardimci einen neuen Stürmer aus der Türkei. Zehn Stunden später jubelten 13.000 Fans dem jüngsten Doppelpacker der Klubgeschichte zu: Der nach 63 Minuten beim Stand von 1:2 gegen WSG Tirol eingewechselte 18 jährige Leon Grgic, der als größtes Offensivtalent des Meisters, das aus dem eigenen Nachwuchs kommt gilt, nützte neun Ballkontakte zu seinen ersten zwei Pflichtspieltoren in der Bundesliga, die zwischen der 66. und 77. Minute ein 1:2 in ein 3:2 verwandelten. In der Nachspielzeit traf auch erstmals der 21 jährige Däne Tochi Chukwuani erstmals. So wurde aus einem 0:2 nach 38 Minuten noch ein 4:2 (1:2), der erwartete Sturm-Heimsieg nach einer lethargischen ersten Hälfte, in der die späteren Verlierer die bessere Figur machten. Es zählt zu den komischen Geschichten, die der Fußball schreibt, dass Grgic und der Tiroler Trainer Philipp Semlic, den der Doppelpack zum Verlierer machte, den gleichen Berater haben.
Trainer Christian Ilzer und Sportchef Andreas Schicker sahen im Anschlusstreffer von Otar Kiteishvili knapp vor der Pause den Beginn des Umschwungs, vollzogen wurde er aber erst von dem für Bayern-Leihgabe Lovro Zvonarek eingewechselten Grgic. Der in der Saison 2022/23 am 25. Februar 2023 erstmals in der Bundesliga spielte, bei der 1:2-Heimniederlage gegen Austria Klagenfurt die Stange traf. Den Ärger darüber beseitigte erst der Doppelpack am Samstag. Nach dem Debüt folgte in der Bundesliga nur noch eine Minute, letzte Saison kein Einsatz. Obwohl Grgic in der Vorbereitung mit einem Doppelpack zum 2:0 im Testspiel gegen Galatasaray Istanbul aufzeigte.
Er musste sich via zweiter Mannschaft aufdrängen, nahm die Herausforderung an. Elf Tore in 41 Zweitligaspielen sind nicht ohne. Samstag war der Sprint zum 2:1 bei einem Konter nach Pass von Kiteishvili beachtlich, beim Tor zum 3:1 stand er bei einem Pass von Mika Biereth dort, wo ein guter Stürmer stehen muss. Ob Grgic, dessen Vertrag bis 2027 läuft, künftig mehr Chancen bekommt? Joker sorgten auch für den ersten Heimsieg von Austria Klagenfurt in dieser Saison. Die eingewechselten Ex-Rapider Nicolas Binder und Philipp Wydra machte mit ihren Toren im Finish das 3:1 (1:1) gegen Bau Weiß Linz möglich, nach dem sich Blau Weiß-Trainer Gerald Scheiblehner sehr über Referee Julian Weinberger und dessen rote Karte gegen Fabio Strauss nach 20 Minuten ärgerte. 70 Minuten in Unterzahl gingen nicht gut.
Keinen Sieger gab es im steirischen Derby beim 1:1 (0:1) zwischen Hartberg und Aufsteiger GAK. Hartbergs Trainer Markus Schopp, der zur Pause vier Spieler wechselte, konnte damit nicht gut leben. Hartberg und GAK blieben damit als einzige der zwölf Mannschaften weiter ohne Sieg.