Durchaus möglich, dass bei einem der nächsten Spiele von Hartberg Christoph Freund, der Sportchef des deutschen Renommierklubs Bayern München, unter den Zuschauern zu finden sein wird. Das hat nichts mit seinem Job zu tun, sondern mit privaten Gründen. Denn sein älterer Sohn Simon gehört seit Dienstag zum Kader der Steirer, die nach drei Runden als einziger Klub ohne erzieltes Tor und ohne Punkt Schlusslicht sind. Bisher spielte der 21-jährige in der Regionalliga Mitte bei Seekirchen. Als am 24. Juli Seekirchen in der ersten Cuprunde daheim gegen Sturm Graz 0:3 verlor, war Christoph Freund unter den Zuschauern. Sein jüngerer Sohn, der 19-jährige Nikolas, spielt bei Zweitligist Hertha Wels im Mittelfeld.
„Er bringt alle Anlagen mit, um unsere Spielidee zu bereichern“, lobte Hartbergs Trainer Markus Schopp Defensivspieler Simon Freund, der einen Zweijahresvertrag erhielt, den sein Vater mitverhandelte. Naheliegend, dass Simon Freund keinen Berater braucht, er hat ja den besten, den man sich vorstellen kann. Schopp trainiert künftig seinen Sohn Konstantin, den Sohn des Bayern-Sportchefs und Nikolaus Feldhofer, den Sohn des am Montag beurlaubten GAK-Trainers. Hartberg gastiert Samstag in Altach, dreieinhalb Stunden später beginnt das Duell von Doublegewinner Bayern München um den Franz-Beckenbauer-Supercup bei Vizemeister Borussia Dortmund. Dort wird Freund wie gewohnt auf Bayerns Trainerbank sitzen.
Freunds Sorgen bei Bayern betreffen derzeit vor allem Jamal Musiala. Der 23-jährige brach Dienstag beim 4:2 (1:2) im Testspiel bei Heidenheim nur vier Minuten nach seiner Einwechslung mit Kreislaufschwäche zusammen. So wie bereits drei Tage zuvor beim 3:1 gegen RB Leipzig. Damals dauerte es neun Minuten, hatte es in München 33 Grad, Dienstag regnete es bei nur 20 Grad. Abends meldete sich Musiala via Instagram, gab eine neurologische Dysfunktion bekannt: „Ich bin in bester medizinischer Behandlung und daher sehr optimistisch!“ Konrad Laimer, der Samstag nach zehn Minuten wegen einer Oberschenkelverletzung ausscheiden musste, pausierte in Heidenheim. Bis Samstag könnte der Salzburger aber wieder einsatzfähig sein.
Foto: TSV Hartberg.