Fußball

Derbytriumph von Sturm Graz als Pyrrhussieg mit Riesenschock

An der Spitze der Bundesliga hat sich wenig geändert, am Tabellenende auch nicht: Rapid führt weiter drei Punkte vor Red Bull Salzburg (daheim 3:0 gegen Altach),  fünf vor LASK und sieben vor Sturm Graz, das für den 6:1 (3:1)-Derbytriumph gegen den GAK einen sicher zu hohen Preis bezahlen musste. Den Knöchelbruch von Torhüter Danili Khudyakov, der die sportlichen Sorgen vergrößerte. Wolfsberg blieb durch die 0:2 (0:1)-Heimpleite gegen den Ex-Klub von Trainer Thomas Silberberger, WSG Tirol, Letzter. Heute gibt´s ein Gespräch zwischen Präsident Dietmar Riegler und Silberberger. Der Wiener Austria blieb die rote Laterne des Letzten erspart – aber das ändert nichts an der prekären Situation. Der Rückstand auf den Sechsten WSG Tirol beträgt vier Punkte. Nächsten Freitag gastiert die Austria beim Vorletzten Altach.

Die Stimmung beim Grazer Derby war aufgeheizt, es kam vor Anpfiff außerhalb des Stadions schon zu unschönen Szenen, im Stadion fielen die 4000 GAK-Fans unangenehm auf. Anfangs konnte sie zufrieden sein, der GAK erwischte den besseren Start, ging durch Christopher Cvetko in Führung. Eine tragische Szene nach 28 Minuten bedeutete totalen Umschwung: Khudyakov hatte den Ball am Fuß, zögerte mit dem Abspiel, der GAK-Australier Jacob Italiano setzte aggressiv nach, wollte den Ball erobern, den er auch zuerst traf, aber dann unabsichtlich auch voll den rechten Fuß des Tormanns. Italiano bekam von Referee Julian Weinberger für die grenzwertige Aktion weder die gelbe noch die rote Karte. Als Sky-Experte Andreas Herzog am TV-Schirm sah, wie der Fuß wegstand, wusste er, was passiert war: Knöchelbruch. Natürlich Riesenaufregung, nicht nur bei Sturm saß der Schock tief, auch Italiano wirkte mitgenommen. Nach einigen Minuten ärztlicher Versorgung wurde Khudyakov abtransportiert, noch Sonntag operiert. Für Khuydakov kam Ammar Helac ins Tor, wurde kaum noch geprüft.

Denn der GAK verfiel offenbar in Schockstarre, bestritt die Zweikämpfe nicht mehr so wie vor der schweren Verletzung. Zwischen der 37. und 41. Minute fielen durch Luca Weinhandl, Jürgen Heil und Oumar Diakite drei Sturm-Tore , womit das Derby gedreht war. Zu Beginn der zweiten Hälfte traf Diakite bis zur 51. Minute noch zweimal (Bild), womit das GAK-Debakel perfekt war. Das sechste Sturm_Tor gelang Kapitän Jon Gorenc Stankovic per Kopf. Natürlich wurde vor allem über die Schlüsselszene um Chudyakov gesprochen. Sturm-Präsident Christian Jauk machte zur Pause im Sky-Interview Weinberger Vorwürfe, ohne den Namen des Schiedsrichters zu nennen: „Es gehört einiges hinterfragt in Österreichs Liga, der Schiedsrichter hat zu wenig gegen das aggressive Spiel getan.“ Es war aber sicher nicht aggressiver, als es international üblich ist. Wie Sturm schon in Champions und Europa League bemerkt hat und noch bemerken wird. Fakt ist, dass Sturms sportliche Sorgen größer wurden. Denn der 1,90 Meter große Helac war bisher weder bei den Austrias in Wien und Lustenau noch in Altach oder Hartberg erster Tormann, stets die Nummer zwei. Bei Sturm wird er aber zumindest bis zur Winterpause gesetzt sein. Er spielte diese Saison beim 1:1 gegen Lustenau und beim 1:3 gegen Rapid. Da war Khudyakov mit einem Hexenschuss außer Gefecht.

Salzburg führte gegen Altach bereits nach sechs Minuten durch Haris Tabakovic, in der zweiten Hälfte erzielte Napoli-Leihgabe Jesper Lindström mit einem Freistoß sein erstes Bundesligator, im Finish traf auch Damir Redzic. Bei Wolfsberg brachten die Umstellungen von Silberberger, unter anderem der Tormannwechsel zum Israeli Lion Glicklich, nichts. Nach der Führung durch den Ex-Austrianer Moritz Wels nach 35 Minuten spielte Tirol den Sieg nach Hause, nach einer Stunde traf Innenverteidiger David Kubatta nach einem Standard.

 

Foto: Gepa/Admiral.

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