Zum Glück sind es noch 144 Tage bis zu Österreichs erstem WM-Spiel gegen Jordanien in San Francisco. Denn wäre jetzt schon der 17. Juni, dann hätte Teamchef Ralf Rangnick doch einige Probleme. Von den Stammspielern sind Philipp Lienhart, Konrad Laimer, Marcel Sabitzer, Max Wöber und Philipp Mwene außer Gefecht, bei Stürmerhoffnung Nikolaus Wurmbrand weiß keiner, wann er voll belastbar sein wird. Vier von ihnen gehören beim entscheidenden 1:1 gegen Bosnien zu den ersten elf. Kapitän David Alaba hat bei Real Madrid bis jetzt praktisch keine Spielpraxis, Stefan Posch sucht beim deutschen Vorletzten Mainz einen Neuanfang, bekommt beim Schweizer Traiener Urs Fischer sicher mehr Spielminuten als bei Cesc Fabregas bei Como. Kann sein, dass Posch schon Samstag gegen Wolfsburg und Landsmann Patrick Wimmer zur Startelf gehört. Michael Gregoritsch ist bei Augsburg gerade dabei, seinen Rhythmus zu finden. Mit dem ersten Tor wird es Samstag bei Tabellenführer Bayern schwer werden.
Gut lief es im WM-Jahr bisher mit Ausnahme des Debakels gegen Bayern für das Leipzig-Trio Nicolas Seiwald, Xaver Schlager und Christoph Baumgartner, für Leopold Querfeld bei Union Berlin, der Samstag in der Alten Försterei gegen den Zweiten Dortmund spielt, für Romano Schmid bei Werder Bremen, der Samstag in Leverkusen gastiert. Positive Aspekte gibt es bei Alexander Prass, den sein Trainer Christian Ilzer bei Hoffenheim dreimal hintereinander in einer offensiven Mittelfeldrolle von Beginn an einsetzte. Im Herbst war dies nicht passiert. Kevin Danso bewies zwar Dienstag beim 2:0 von Tottenham gegen Borussia Dortmund gute Form. Als Ersatz für den gesperrten Micky van den Ven. In der Premier League kann der Holländer spielen, daher könne Danso Samstag beim Vorletzten Burnley vom dänischen Trainer Thomas Frank wieder auf die Bank gesetzt werden. Marko Arnautovic leistete Donnerstag beim 1:0 von Roter Stern Belgrad bei Malmö in der Europa League den Assist. Aber jeder weiß, dass er kein Spieler für 90 Minuten mehr ist.
Zum erweiterten Kader von Rangnick gehört auch Dejan Ljubicic. Um den ehemaligen Rapid-Kapitän bahnt sich eine Überraschung an: Auf das grün-weiße Kapitel folgten von 2021 bis 2025 vier Jahre zum 1. FC Köln, dann wechselte er letzten Sommer ablösefrei zu Kroatiens Vizemeister Dinamo Zagreb. Nach 22 Einsätzen, in denen er 19mal zu den ersten elf gehörte, will er schon wieder weg: Zum deutschen Zweitliga-Tabellenführer Schalke und seinen neuen Topstar Edin Dzeko. Schalkes Trainer Miron Muslic sieht in Ljubicic die nötige Verstärkung für das zentrale Mittelfeld, um aufzusteigen. Ljubicic spielte Donnerstag noch in der Europa League, in der Dinamo als 20. keine Chance auf einen Platz unter den ersten acht hat. Sein Vertrag läuft bis 2029, daher wird Schalke eine Ablöse zahlen müssen. Die Berater von Ljubicic sind der ehemalige Sportclub-Stürmer Dalibor Tolo und der Wiener Rechtsanwalt Christian Marth.
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