Fußball

Die Ukraine bewegt mehr als das „Finalissima“

Mittwochabend steigt der TV-Sender Puls 24 größer als bisher in diesem Jahr ins Fußballgeschhen ein. Zeigt exklusiv im österreichischen Free-TV das „Finalissima“ zwischen Europameister Italien und Sudamerikameister Argentinien aus dem ausverkauften Londoner Wembley-Stadion. Bei dem Italiens Kapitän Giorgio Chiellini sein 117. und letztes Länderspiel für die Squadra Azzura  bestreiten wird, Lionel Messi bei Argentinien dabei ist. Als Experte und Co-Kommenator ist Ex-Teamspieler Johnny Ertl im Einsatz. Bis 14. Juni zeigt Puls 4 aus der Nations League die drei Schlagerpartien zwischen Deutschland-England, England-Italien und Deutschland-Italien.

Die Nations League beginnt Mittwochabend mit Polen-Wales. Das und selbst das „Finalissima“ stehen emotionell im Schatten der Ukraine. Die seit sechs Monaten kein Spiel bestritt, aber trotzdem noch um das WM-Ticket für Katar kämpft. Mittwoch im Play-off-Semifinale, das nach dem Kriegsausbruch vom 24. März auf Mittwoch verschoben wurde, gegen Schottland im Hampden-Park von Glasgow. Da drücken Fans aus aller Welt dem Land, das unter dem russischen Angriffskrieg leidet, die Daumen. Der Sieger aus dieser Partei muss am kommenden Sonntag in Cardiff gegen Österreich-Bezwinger Wales ran. Zwei Siege und die Ukraine ist in Katar dabei.

Das wäre für die Mannschaft, die vor einem Jahr bei der Europameisterschaft im letzten Gruppenspiel gegen Österreich in Bukarest durch ein Tor von Christoph Baumgartner 0:1 verlor, dann im Achtelfinale Schweden im Hampden-Park 2:1 nach Verlängerung bezwang, im Viertelfinale von Rom an England klar mit 0:4 scheiterte, eine unerwartete, gewaltige, überragende Sensation. Nicht nur wegen des Kriegs. Auch die Vorbereitung für Schottland lief nicht nach Plan. Die für Ende Mai geplanten zwei Tests kamen nicht zustande, weil es nicht gelang, Gegner zu organisieren.  Am 11. Mai gewann Ukraines Team bei Borussia Mönchengladbach 2:1, eine Woche später gab es bei der kroatischen Mannschaft Rijeka ein 1:1. Seitdem trainierte die Mannschaft in Slowenien auf Einladung von UEFA-Präsident Aleksander Ceferin, wohnte dort 28 Tage kostenfrei.

Für die Spieler ist es unter diesen Umständen schwer, sich auf Fußball zu konzentrieren. Die Ehefrauen und Kinder sind zwar im Ausland, die Eltern aber weiter in der Ukraine. Dazu kommt die mangelnde Fitness. Die Spieler von Dynamo Kiew und Schachtjor Donezk, wie die eingebürgerten Brasilianer Marlos (33) und Junior Moraes (35) haben seit sechs Monaten kein ernsthaftes Spiel mehr bestritten. Teamchef Alexander Petrakow bot 14 Legionäre aus England, Italien, Portugal, Belgien, Tschechien, Ungarn und Polen auf. Die bekanntesten sind Oleksandr Zinchenko  von Englands Meister Manchester City, Andrij Yarmolenko von West Ham, Ruslan Malinovsky von Atalanta Bergamo, Roman Yaremchuk von Benfica Lissabon oder der 32 jährige Ylohen Konoplyanka, der in Polen für Club Cracovia spielt. Bis auf ihn waren alle gegen Österreich im Einsatz.

Foto: TSG Hoffenheim.

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