Fußball

Eigenvermarktung zu riskant: Die Bundesliga bleibt bei Sky

Der Poker um die TV-Rechte der Bundesliga ist vorbei, ging rascher zu Ende, als erwartet: Das von Ligavorstand Christian Ebenbauer ins Gespräch gebrachte Projekt der Eigenvermarktung mit dem dafür eigens engagierten Alexander Lanegger als Leiter war den Vereinen, vor allem aus der unteren Tabellenhälfte zu riskant. Daher entschied sich die zwölf Klubs einstimmig für die Weiterführung der bisherigen Partnerschaft mit dem Pay TV-Sender Sky Austria um weitere vier Jahre. Zu schlechteren Konditionen als bisher, obwohl Sky sein bisheriges Angebot von 25 Millionen etwas erhöht haben soll, man hört von 28. Bisher wurden 40 pro Saison bezahlt. Zweifelsohne bedeutet die Verlängerung mit Sky eine Niederlage für die Liga und Ebenbauer. Man kann nur darüber diskutieren, ob es eine krachende ist. Ebenbauer meinte, mit den Erlösen sichere den Klubs Planungssicherheit und Stabilität.

Die Zeit, um bis Sommer 2026 ein eigenes Bundesliga-Portal zu schaffen, war sicher viel zu kurz. Die deutsche Liga verfolgt aktuell diese Pläne, obwohl die TV-Verträge noch weitere drei Jahre laufen. Dort gibt es mit dem Dyn-Medienunternehmen von Christian Seifert, der von 2005 bis 2021 Geschäftsführer der Liga war, eine Möglichkeit, die in Österreich fehlt. Seifert gründete 2022 eine Beteiligungsfirma, die gemeinsam mit dem Axel Springer-Medienkonzern bei Dyn einstieg, einem Streaming-Portal für Sportarten jenseits des Fußballs wie Handball, Basketball, Volleyball. Jetzt wird daran gearbeitet, auch Übertragungsrechte für Fußball zu erwerben.

In Österreich hätte die Bundesliga einen Millionenkredit aufnehmen müssen, um ein Portal gründen zu können. Zudem blieb die Frage, ob das Ziel, zum Start 100.000 Abonnenten zu haben, umzusetzen gewesen wäre. Zuletzt rückte auch Sturm Graz-Präsident Christian Jauk von der Eigenvermarktung ab. Für Sky Austria war es aber auch extrem wichtig, weiterhin alle 195 Partien der Bundesliga live und in voller Länge zeigen zu können. Nachvollziehbar, dass die Chefetage über ein wichtiges Signal für den Sandort Österreich und einen Meilenstein für nachhaltiges Wachstum jubelte. Sky wurde ja vor kurzem von der RTL-Gruppe übernommen. Vier Spiele werden künftig im Free-TV, sprich ORF, live zu sehen sein. Vier weitere Free-TV-Spiele kann die Liga noch vergeben.

Es kann durchaus passieren, dass die Causa TV-Vertrag ligaintern ein Nachspiel haben wird. Einige Klubs werden nicht „glücklich“ darüber sein, weniger TV-Gelder als bisher zu kassieren und ihre Unzufriedenheit über die zu späten Aktivitäten der Ligazentrale artikulieren. Man denke nur an LASK-CEO Siegmund Gruber. Er wird nicht der einzige sein.

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