Fußball

Ein Derby auf Bewährung: Jeder Euro, der in Rapid fließt, kommt doppelt zurück

Das 348. Wiener Derby sorgt seit letzten Freitag für Besprechungen am laufenden Band. Weil erstmals seit den Ausschreitungen im Herbst 2024 wieder Fans der Auswärtsteams dabei sein dürfen. Sonntag 1600 von Rapid in Austrias Generali Arena. Beide Wiener Bundesligaklub spielen auf Bewährung: Lassen sich die Fans wieder etwas zuschulden kommen, gibt es bei drei Heimspielen eine Sperre des Fansektors. Letzten Freitag gab es einen Sicherheitsgipfel zwischen Austria, Rapid und der Bundesliga, Dienstag erfuhr die grün-weiße Fanszene von Rapids Geschäftsführer Steffen Hofmann, welche Routen die Polizei für sie von der U Bahn-Station am Reumannplatz über die Laaerbergstrasse und Absberggasse zum Stadion festgelegt hat.

Nur am Rande ging es um das Derby, als Dienstag Daniela Bauer, Rapids Wirtschafts-Geschäftsführerin einen Termin bei Julian Jäger, einem Aufsichtsrat der Austria-AG hatte. Jäger ist Vorstand am Wiener Flughafen, auf dem Rapid künftig sichtbar vertreten sein will.  Das gehört zu den Projekten von Bauer. Eines wurde Mittwochnachmittag in die Tat umgesetzt: Die Eröffnung des neuen grün-weißen Fanshops in der niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten, zu der auch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Bürgermeister Matthias Stadler kamen. Zudem präsentierte Bauer an ihrem Geburtstag, sozusagen zu ihrem „Halbjahresjubiläum“ in führender Funktion, Zahlen über die gesellschaftliche, wirtschaftliche und soziale Bedeutung des populärsten österreichischen Klubs. Aufgrund einer Studie unter Leitung von Anna Kleissner, der Geschäftsführerin von Ecomove, die eine ähnliche auch im Auftrag des ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzenden Josef Pröll durchführte.

Demnach kommt Rapid auf eine Werteschöpfung von 160,42 Millionen für Österreich, von 113,82 Millionen für Wien trägt zur Schaffung  und Sicherung von 884 Arbeitsplätzen, davon 733 in Wien, bei. Jeder Euro, der in Aktivitäten von Rapid fließt, erzeugt zwei Euro gesellschaftlichen Mehrwert. Die weitaus höhere Zahl 27 beim ÖFB erklärt sich einfach dadurch, dass beim ÖFB anders als bei Rapid auch Landesverbände und alle Amateurmannschaften erfasst sind. Bauer ist mit dem Ergebnis zufrieden: „Rapid heißt Verantwortung übernehmen am Platz, in der Stadt und für die Gemeinschaft!“ Die gesamten Aktivitäten rund um den Klub führen zu 28 Millionen Euro an Steuern und Abgaben, leisten einen Beitrag zur öffentlichen Finanzierung. Der Werbewert für Partner und Sponsoren betrug in der vergangenen Saison beachtliche 47,2 Millionen. Ein gutes Argument für Verhandlungen um bessere Verträge.

Die sportliche Neuigkeit vor dem Derby: Andrija Radulovic, der in dieser Saison bei 20 Einsätzen auf je drei Tore und Assists kam, gehört nicht mehr zu Rapids Kader. Der Teamstürmer des Montenegro überzeugte viel zu selten, wurde nach Israel an Hapoel Haifa verliehen. Auch beim LASK verabschiedete sich einer, der nicht mehr benötigt wurde: Valon Berisha wechselte zum FC Zürich, dem Neunten der Schweizer Superliga. Dort will sich der 33 jährige Kosovare seinem Teamchef Franco Foda, einem Ex-Trainer des FC Zürich, für die WM empfehlen.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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