Erstmals seit Mai wieder ein Spiel mit Finalcharakter in Hütteldorf: Vor drei Monaten ging es gegen Ried um einen Europacupplatz. Das 3:0 sorgte für ein Happy End. Mittwochabend würde gegen den schottischen Vizemeister Hearts nach dem 2:2 in Edinburgh schon ein Sieg mit einem Tor Unterschied reichen, um zum dritten Mal hintereinander in der Ligaphase der Conference League zu stehen. Für Rapid und für Hearts bedeutet es zugleich die letzte Chance, um international vertreten zu sein. Hearts begann in der Qualifikation zur Champions League, scheiterte ohne erzieltes Tor an Sturm Graz, schied dann gegen Benfica Lissabon im Kampf um ein Europa Ligue-Ticket aus, kann noch die Conference League retten. Um die es bei Rapid von Anfang an ging. Aber die Leistung muss Mittwoch besser als beim 6:2-Heimsieg gegen Santa Coloma aus Andorra und vor allem bei der 2:0-Pflichtübung gegen Paide, um nicht noch zu scheitern.
Sechs Tage liegen zwischen dem ersten und zweiten Duell gegen Hearts. So lange dauerte in dieser Saison noch nie eine Pause zwischen zwei Partien von Rapid. Ob die genutzt werden konnte? „Jeder ist gut in Form“, behauptete Trainer Hoff Thorup. Seine Vorgaben: Den Ball schneller bewegen als im Tyceline-Park, öfters in den Strafraum kommen. Distanzschüsse will man diesmal nicht zulassen. Einer aus 30 Metern bedeutete in Edinburgh das zweite Tor des Schotten, weil sich Tormann Niklas Hedl überraschen ließ. Das soll nicht noch einmal passieren. Die Rapid-Fans sind auf einen magischen Abend eingestellt: 22.000 Karten waren Dienstag verkauft. Tausendan Fans aus Schottland.
Die Hoffnung auf den magischen Abend entstand vor allem durch das letzte Heimspiel, durch den 8:0-Rekordsieg von damals. Der 31-jährige dänische Neuzugang Tonni Adamsen erzielte dabei erstmals in seiner Karriere vier Tore. Trifft er Mittwoch zum ersten Mal in einem europäischen Bewerb, wäre das eine „würdige“ Fortsetzung. Ein Scheitern würde nicht nur einen Imageschaden für den Tabellenführer der Bundesliga bedeuten, sondern auch für finanzielle Probleme sorgen. Die 3,17 Millionen Startgeld in der Ligaphase sind zwar nicht budgetiert, hätte Rapid aber schon notwendig.
Foto: Yigit Oerme.