Fußball

Ein komischer Tag endete mit Jubelorgien des LASK und Bierduschen für Kühbauer

Am Ende setzte sich doch der klare Favorit LASK im Klagenfurter Cupfinale vor 22.000 Zuschauern durch. Aber erst nach Verlängerung mit 4:2 (4:2, 2:2, 1:2) nach Verlängerung gegen den krassen Außenseiter Altach, der zweimal in Führung ging, viel zu einem attraktiven Endspiel beitrug. Entscheidend für den dritten Titel der Linzer Vereinsgeschichte, den ersten seit 61 Jahren, war das Angriffsduo mit Samuel Adeniran und Sasa Kalajdzic, der an drei Treffern beteiligt war. Um 19.07 Uhr konnte Kapitän Sascha Horvath den Pokal in die Höhe reißen, danach folgten Jubelorgien für den verdienten Sieger und Bierduschen für Didi Kühbauer, der als erster Trainer seit 1982 mit zwei verschiedenen Klubs hintereinander Cupsieger wurde. Der Vorgänger war Vaclav Halama 1981 mit dem GAK und ein Jahr später mit der Wiener Austria. Eine Antwort, welcher Titel für ihn schöner war, gab Kühbauer nicht. Beide sind für ihn unglaublich schön: „Eine unglaubliche Geschichte, wenn man nach so langer Zeit einen Titelgewinnt und das nach dieser Dramaturgie.“ CEO  Siegmund Gruber sang eine Lobeshymne auf den Trainer: „Man kann Didi und den Spielern nicht genug danken. Ich werde eine Zeit brauchen,um das alles zu realisieren.“

Kalajdzic sprach von einem „komischen Tag“, nach dem es wirklich lange aussah. Altach ging nach einem Outeinwurf durch den ersten Torschuss von Patrick Greil in Führung. Sechs Minuten später ließ Kalajdzic eine Flanke von Kapitän Sascha Hrvath zu Moses Usor durch, der ausglich. Zwei Tore in elf Minuten waren ein verheißungsvoller Auftakt. Die LASK-Führung durch Adeniran zählte nach VAR-Eingriff von Markus Hameter wegen Abseits nicht. Zur Pause führte Altach, weil der Ex-Austrianer Vesel Demaku frei vor der Strafraumgrenze zum Schuss kam. Der Kosovo-Teamspieler traf genau unter die Latte. Nach 66 Minuten glich Adeniran aus, als er eine Vorlage von Kalajdzic mit links direkt übernahm. Die Führung des Amerikaners in der regulären Spielzeit zählte erneut wegen des vom VAR erkannten Abseits nicht. In der Nachspielzeit machte der LASK mit einem Doppelschlag zwischen der 101. und 103. Minute alles klar Zu diesem Zeitpunkt war Altachs bester Offensivspieler, Greil, schon verletzt ausgeschieden. Das 3:2 erzielte Georges Bello. Der Amerikaner übernahm eine Flanke von Verteidiger Kasper Jörgensen mit rechts direkt, traf den Ball nicht richtig – dennoch wurde es ein unhaltbarer Aufsetzer. Zwei Minuten später bezwang Adeniran nach Idealpass von Kalajdzic Altachs Tormann  Dejan Stnojanovic. Das war die Entscheidung. Auch ohne die rote Karte für Greils Nachfolger Marlon Mustapha nach einem Ellbogencheck hätte Altach keine Chance zur Aufholjagd gehabt.

Die Siegesparty des LASK begann im Wörthersee-Stadion: „Wir werden heute ein bisschen feiern, Samstag ausnüchtern und uns Sonntag auf Rapid vorbereiten!“, kündigte Kalajdzic an.  Denn Montag geht es im garantiert ausverkauften Linzer Stadion darum, die Tabellenführung in der Bundesliga zu verteidigen und den ersten Schritt zum Double zu machen. Kühbauer übte Kritik an der Terminplanung der Liga. Ernster wird es Montag für Altach: Sollte es in der Enttäuschung nach dem Highlight der Klubgeschichte in der Qualifikationsgruppe eine Heimniederlage gegen Wolfsberg geben, ist der Cupfinalist wieder mitten im Abstiegskampf.

Foto: ÖFB/Johannes Friedl.

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