Zu Corona-Zeiten wurde festgelegt, dass Schiedsrichter aus dem gleichen Landesverband ein Spiel eines Budnesligaklubs leiten dürfen. Um damals die Reisetätigkeiten einzuschränken. Da es deshalb keine Aufregungen gab, wurde das auch nach Corona so beibehalten. Deshalb leitet ein Wiener Referee Sonntag in Hütteldorf das brisante „Finale“ Rapids um den Platz in der Meisterrunde gegen Tabellenführer Red Bull Salzburg. Diese Wahl traf Schiedsrichterchef Viktor Kassai. Wenn es sich um Harald Lechner (Bild) handelt, dann ist das auch kein Problem: Der 43-Jährige ist nicht nur der dienstälteste Bundesligareferee, der mehrmals zum Schiedsrichter des Jahres gewählt wurde, sondern auch überall respektiert. Für ihn wird das bereits das 606. Spiel seiner Karriere als Unparteiischer In den bisherigen 604 verteilte er 2061 gelbe Karten, 55 mal gelb-rot und 66 mal rot. Zuletzt am vergangenen Sonntag an Wolfsbergs Innenverteidiger Cheick Diabate.
Seit letztem Wochenende gibt es noch ein anderes Thema: Das Gremium der internationalen Regelhüter, von dem böse Zungen behaupten, dass noch immer einige Gründungsmitglieder darin vertreten sind, erweiterte auf der Tagung in Cardiff die „Kompetenzen“ des Video Assistant Referees. Der VAR darf künftig auch bei Eckbällen eingreifen, da die oft zu Toren führen, und auch bei der zweiten gelben Karte, weil sie den Platzverweis bedeuten. Den Ligen bleibt es überlassen, ob sie dies ab der kommenden Saison anwenden oder nicht. Daher plant die Bundesliga einen Gipfel mit den Klubs und Vertretern der Schiedsrichter, ob dies gewünscht wird oder nicht. Tendenz gibt es noch keine.
Das aktuelle Thema in der Bundesliga sind die 32 Anträge der Vereine im Lizenzierungs- und Zulassungsverfahren für die kommende Saison: Um die Bundesligalizenz suchten nicht nur die derzeitigen zwölf Klubs, sondern auch sechs aus der zweiten Liga an. Nicht Tabellenführer Amstetten, aber die vier Vereine auf den Plätzen zwei bis fünf (Admira, Austria Lustenau, der Floridsdorfer AC und St. Pölten) sowie der Achte, die Vienna, und der 14., der Drittletzte, Schwarz-Weiß Bregenz. Klubs, die nicht die Lizenz bekommen, erhalten von der Liga seit Jahren eine Entschädigung von 300.000 Euro. Das ist für Zweitligisten wie ein Sponsorvertrag. Der Floridsdorfer AC und die Vienna fallen darum um, da beide Klubs kein bundesligataugliches Stadion haben, Bregenz hingegen schon. Das entstand durch die Zeit als Ausweichstätte für Austria Lustenau während der Renovierung des Reichshofstadions.
Aus den Regionalligen wollen vier die Zulassung für die zweite Liga: Im Osten Oberwart und Horn, derzeit auf den Plätzen sieben und acht, in der Mitte und im Westen die Tabellenführer Voitsberg und Wacker Innsbruck. Voitsberg, letzte Saison aus der zweiten Liga abgestiegen, steht vor dem Comeback. Oberwart oder Horn müssten noch auf Platz zwei vorstoßen, um aufsteigen zu dürfen. Wenn das nicht gelingt, dann gäbe es keinen Absteiger aus der zweiten Liga, da Strifping im Herbst den Spielbetrieb einstellen musste und gegen Austria Klagenfurt ein Konkursverfahren läuft.
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