Fußball

„Eine echte Verstärkung“: Rapid jubelt über seinen ersten Japaner

So zeitig am Morgen wie Mittwoch vermeldete Rapid noch keine Neuerwerbung. Da sorgte Pressechef Peter Klinglmüller für einen Rekord in der 120jährigen Klubgeschichte, als es fünf Minuten nach sieben Uhr das Bild von Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic mit der zweiten Neuerwerbung seiner Ära, dem 23jährigen japanischen Teamstürmer Koya Kitigawa vor der weißen Wand im Allianz-Stadion mit Rapids Logo und der Devise. gemeinsam kämpfen, siegen ausschickte, Der auch eine Premiere bedeutet: Noch nie zuvor trug ein Japaner den grün-weißen Dress. Barisic ist überzeugt, damit einen Coup gelandet zu haben: „Eine echte Verstärkung für uns,“

39 Tore in 140 Pflichtspiele erzielte der achtfache japanische Teamstürmer, der im Jänner zu der Mannschaft gehörte, die beim Asien-Cup in Abu Dhabi Platz zwei belegte, im Finale gegen Katar 1:3 verlor, für seinen bisherigen Klub Shimizu S-Pulse der in der J-League unter 18 Mannschaften derzeit Rang 13 belegt. Bei dem ihm Barisic im Training durch  Chefscout Matthias Ringler beobachten ließ, ehe die letzten Übertrittsverhandlungen, auch mit Kitigawas Manager Nobuaki Tanabe  begannen. Dazwischen geschaltet war sozusagen die Salzburger Agentur „More than sports“, für die auch Ex-Teamstürmer Edi Glieder, der mit Barisic beim FC Tirol zusammengespielt hatte, arbeitet.

Der Marktwert des 1,84 Meter großen Kitigawas stand auf 1,8 Millionen Euro. Rapid musste ihn aus dem Vertrag herauskaufen, machte eine siebenstellige Summe für Kitigawa locker. Von den knapp drei Millionen, die Schottlands Meister Celtic Glasgow für Boli Bolingboli an Rapid bezahlte, blieb aber schon noch einiges übrig. Zumal Rapid auch am 45 Millionen-Transfer des Brasilianers Joelinton nach England zu Newcastle profitierte. Laut den FIFA-Regeln muss Hoffenheim von seiner Rekordablöse rund 400.000 Euro nach Wien überweisen. Weil Rapid der vorletzte Klub war, bei dem Joelinton vor dem  Transfer in die Premier League spielte.

„Ein absoluter Teamplayer mit einem sehr guten Einstellung“, lobte Barisic Kitigawa, „mit Dynamik, einer guten Spielintelligenz und Schnelligkeit.“ Kitigawa ist beidbeinig, kann laut Barisic auf allen Offensiv-Positionen eingesetzt werden. Da lebt die Hoffnung, dass er nach einer Eingewöhnungsphase ähnlich gute Dienste leisten wird wie Takumi Minamino bei Meister Red Bull Salzburg: „Kitigawa hat auch viele Tore vorbereitet“, wusste Barisic. Wenn das alles stimmt, dann müsste Kitigawa einige Schwächen, die sich letzten Freitag beim 0:2 gegen Salzburg zeigten, beseitigen können. Rapid muss es aber gelingen, für Kitigawa zu Beginn eine ähnliche Rundumbetreuung mit Dolmetsch etc. auf die Beine zu stellen, wie es Salzburg für Minamino gelang. Bei der Präsentation überraschte er mit zwei deutschen Sätzen, die er eingelernt hatte Viele Tore wolle er schießen, viele Assists liefern..

Kitigawa, der einen Vierjahresvertrag bis 2023 unterschrieb,  wird mit der Rückennummer 32 spielen Wann dies erstmals sein wird, hängt davon ab, wie schnell er als Nicht-EU-Ausländer die Arbeitsgenehmigung erhält. Da Sonntag-Spiel in St.Pölten ist kein Thema. Damit wäre Rapids Einkaufsprogramm abgeschlossen, außer es tut sich noch etwas in Sachen Abgang von Thomas Murg. Wenn die Gespräche um einen Wechsel von Manuel Martic in die Türkei zu einem erfolgreichen Abschluss kommen, wird Rapid keinen Ersatz für den Mittelfeldspieler holen.

 

 

Foto: SK Rapid.

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