Katzenjammer bei Meister Sturm Graz! Statt wie erwartet Tabellenführer zu werden, gab es die erste Niederlage in der Bundesliga gegen WSG Tirol. Das 1:3 (1:0) gegen WSG Tirol vor 10.000 Zuschauern bedeutete schon die fünfte Niederlage im siebenten Heimspiel, in der Heimtabelle ist der Titelverteidiger sogar Letzter. Gab es das schon einmal in der Bundesliga? Durch die Sturm-Pleite bleibt Red Bull Salzburg Tabellenführer. Allerdings der mit dem niedrigsten Punktestand nach 15 Runden seit Einführung der Dreipunkteregel in der Saison 1995/96, also vor 30 Jahren. Auch das ist ein Beweis für die Schwäche der Liga: die ersten acht innerhalb von fünf Punkten: Der LASK und Sturm je einen Punkt hinter Salzburg, Rapid trotz Krise nur zwei, die Wiener Austria drei, Hartberg vier, Wolfsburg und Tirol fünf. Die Tiroler sind sechs Spiele ungeschlagen, in dieser Serie gelangen zwei historische Siege: der erste in Salzburg, der erste überhaupt gegen Sturm. So mischt die Mannschaft von Trainer Philipp Semlic voll beim Kampf um einen Platz in der Meisterrunde mit.
Sturm begann erneut ohne den angeschlagenen Otar Kiteishvili. Ging wieder einmal nach einer Standardsituation in Führung. Durch eine slowenische Co-Produktion: Freistoss von Tomi Horvat, Kopfball von Kapitön Ion Gorenc Stankovic. Der Umschwung begann knapp vor er Pause: Schiedsrichter Harald Lechner zegte Sturms Innenverteidiger Emanuel Aiwu für ein Foul an Austria-Leihgabe Moritz Wels nach Intervention von VAR Josef Spurny die rote Karte. Eine harte Entscheidung, auch wenn sie regeltechnisch „gedeckt“ war. Sturm nur noch zu zehnt, daher musste Trainer Jürgen Säumel umstellen: Ein Innenverteidiger (Niklas Geyrhofer) statt Mittelfeldspieler Horvath, ein Mittelfeldspieler (Jacob Hödl) statt Stürmer Seedy Jatta. Als Geyrhofer Tirols Dänen Nikolai Baden Frederiksen nicht attackierte, bezwang der mit links aus 17 Metern seinen Landsmann Oliver Christensen. Der Start zu 22 Minuten mit drei Treffern. Dann traf Matthäus Taferner mit rechts aus mehr als 20 Minuten, bei ihm eine Rarität. Nach 69 Minuten kam Kiteishvili, aber das half nichts. Denn Baden Frederiksen jubelte nochmals (Bild), bei einem perfekten Freistoß mit links über die Mauer reagierte Christensen nicht einmal. Danach hörte man aus dem Sturm-Fansektor „wir wollen Sturm sehen“. Die Heimbilanz dieser Saison: 1:2 gegen Rapid, 0:1 gegen Austria, 1:0 gegen Hartberg durch ein Eigentor in der 95. Minute, 1:3 gegen Wolfsberg, 1:1 gegen Salzburg, 1:3 gegen den LASK, 1:3 gegen WSG Tirol nach
Daher Riesenfrust bei Sturm.Die Spieler zeigten Verständnis für die Pfiffe von der Tribüne. Erinnerte fast an die Rapid-Szenerie der letzten Woche. Wenn Sturm Sonntag das Heimderby gegen den GAK nicht gewinnt, dann könnten die Diskussionen um Trainer Jürgen Säumel lauter werden.
Foto: Gepa Admiral.