Eishockey

Es geht um die Punkteregelung: Kommt nach 15 Jahren endlich das Ende?

Bisher gab es bei allen Terminen von Österreichs Eishockeyteam keinen einzigen positiven Corona-Fall. Dennoch sagte der Verband letzte Woche den in der zweien Februar-Woche geplanten Österreich-Cup in Klagenfurt gegen Frankreich und Norwegen, für den  Teamchef Roger Bader den stärksten Kader, der momentan verfügbar wäre, einberufen wollte, ab. Vielleicht auch wegen der Erfahrungen von der U 20-WM in Edmonton, aber wahrscheinlich viel mehr aus „Taktik“ bei den laufenden Verhandlungen mit der Liga über eine neuen Kooperationsvertrag. Darauf lässt auch der Satz von Verbandspräsident Klaus Hartmann schließen, man hoffe, mit der Liga die richtigen Weichen für die Zukunft von  Österreichs Eishockey zustellen. Die Liga bekam vom Verband die Möglichkeit, den Grunddurchgang doch noch über die Bühne zu bringen, weil vom 7. bis 13. Februar Zeit sein wird, einen Großteil der verschobenen 20 Partien auszutragen. Mit Ausnahme des 12. Februar wird  jeder Tag dazu genützt.

Beim Kooperationsvertrag geht es vor allem um die vor 15 Jahren eingeführte Punkteregel, die einen Nachteil für die österreichischen Spieler bedeutet. Die Folge waren eine Legionärsflut und die Vernachlässigung der Nachwuchsarbeit bei den Klubs. Derzeit sind 82 Ausländer bei den österreichischen Klubs der ICE League unter Vertrag. Viel zu viele. Spitzenreiter ist bezeichnenderweise das Schlusslicht Linz, das sich letzte Woche von Sportchef Gregor Baumgartner trennte, mit 13, gefolgt von Dornbirn und Villach (je 12). Zehn Legionäre darf ein Verein einsetzen, dazu kommt wahlweise einer, der jünger als 24 ist oder zwei, die noch nicht 20 sind. In den letzten Jahren machte der Verband leider immer das, was die Liga wollte, auch wenn das nichts Gutes bedeutete. Vor einem Jahr wurde  gegen Corona nichts geändert.  Was heuer passieren wird?

Der Verband soll harte Änderungen fordern. Bader fordert bereits seit Jahren, mehr jungen Österreichern zu vertrauen als drittklassigen Legionären. Da hieß es bisher stets aus der Liga, es gäbe zu wenige Österreicher. Was so nicht stimmt. Aber jetzt gibt es auch in der Liga Tendenzen, sich von der Punkteregelung zu verabschieden. Am meisten bei dem Klub, der die wenigsten Legionäre unter Vertrag hat. Meister KAC kommt mit sechs aus. Auch die Vienna Capitals und die Grazer 99ers reizen das Kontingent nicht zur Gänze aus, Innsbruck versucht, mehr Österreicher zu forcieren als bisher. KAC-Manager Oliver Pilloni forderte allerdings via „Kleine Zeitung“, dass die neue Lösung in zwei Monaten, also Ende März, präsentiert wird. Um so etwas wie Planungssicherheit zu haben.

Drei Österreicher-Tore gab es Sonntag im Spitzenspiel. Florian Baltram, Peter Schneider und Thomas Raffl (Bild oben)sorgten für ein 3:0 von Tabellenführer Red Bull Salzburg gegen den KAC, den dritten Sieg im vierten Saisonduell gegen den Meister. Zwei Tage zuvor punktete Salzburg beim 1:3 in Innsbruck erstmals seit 18 Spielen nicht, 48 Stunden später kam die Antwort.  Dem 37 jährigen, inzwischen ziemlich verletzungsanfälligen US-Goalie Jean Philipp Lamoureux gelang sein erster Shut-Out in dieser Saison. Einen Corona-Zwist gibt es um die Vienna Capitals, derzeit als Siebenter nicht in den Play-off-Rängen: Sie waren empört, trotz vier Corona-Ausfällen und zwei Erkrankten letzten Freitag in Laibach spielen zu müssen, weil andere Klubs bei ähnlicher Schlage pausieren durften. Die Capitals verloren mit nur drei Linien im Penaltyschießen, Manager Franz Kalla und Head-Coach Dave Barr sagten daraufhin das Sonntag-Spiel gegen Villach ab. Die Begründung: Nicht matchfit, die Gesundheit der Spieler hat Vorrang. Die Covid-Sonderkommission der Liga entscheidet in den nächsten Tagen, ob dies zu Recht geschah. Falls nicht, steht eine Strafverifizierung im Raum. Und der noch viel größere Krach.

 

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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