Eishockey

Strafverifizierung gegen Vienna Capitals bringt Ärger

Sechseinhalb Stunden vor dem Anpfiff zum 0:6-Debakel im Kärntner Derby gab es für Villach ein Erfolgserlebnis am grünen Tisch: Die Liga wertete das das letzten Sonntag von den Vienna Capitals abgesagte Spiel mit 5:0 zu Gunsten der Villacher. Nach Paragraph 13 der im Covid 19-Appendix der Ice Hockey League festgesetzten Bestimmungen.  Die Capitals hatten sich wegen seschs Corona-Fällen selbst für „unfit to play“, nicht fit um zu spielen, erklärt, was nicht akzeptiert wurde. Da half auch die bekannt gute Achse zwischen Wien und Graz, zwischen den Bossen der Capitals (Hans Schmid) und der Grazer 99ers (Jochen Pildner-Steinburg, der auch Ligapräsident ist) nichts. Für Villach bedeutet das Urteil sicher eine Hilfe im Kampf um einen Platz unter den ersten sechs und in den Play offs, für die Capitals (derzeit Siebenter hinter Villach) hingegen einen Nachteil.

Sicher kann ein Klub nicht von sich aus Spiele absagen. Aber im speziellen Fall  ist der Ärger der Vienna Capitals nachvollziehbar. Vor allem, weil die Ärztekommission der Liga schon es lieber gesehen hätte, wenn das Freitag-Spiel in Villach wegen der vier Corona-Fälle und zwei Erkrankungen nicht stattgefunden hätte. Während des Spiels stand fest, dass es eine fünfte Corona-Erkrankung gab, Samstag war dann bezüglich der sechsten keine Zweifel mehr. Somit wäre es aus Sicht von Manager Franz Kalla verantwortungslos gewesen, weiter zuzuwarten, die Mannschaft noch einmal zusammenkommen zu lassen: „Wir würden nochmals eo entscheiden, es gab keinen Grund, bis Sonntag zuzuwarten, wie die Liga das wollte.“

Dass Kalla es ablehnte, Spieler für das Match gegen Villach freitesten zu lassen, die sechs Tage zuvor einen positiven Test hatten, kann man verstehen. Vor allem angesichts des tragischen Ereignisses, das es in dieser Saison mit dem Tod von Bratislava Capitals-Stürmer Boris Sadecky leider gab. Der Protest der Vienna Capitals gegen die Strafverifizierung war vorhersehbar. Die behaupten, ein Argument für das Urteil sei gewesen, dass Villach wegen einer dreiwöchigen Corona-Pause im Grunddurchgang, der am 27. Februar endet, noch 16 Spiele absolvieren muss und sich für ein 17. kein Termin hätte finden lassen. Wenn das stimmt, dann wäre das sehr bedenklich.

Am Tag des großen Ärgers in der Liga präsentierte der Verband mit dem Tiroler Unternehmen AST Eis-und Solartechnik den ersten Sponsor in der Ära von Präsident Klaus Hartmann, die 2020 begann. Der Vertrag läuft für drei Jahre, Hartmann bezeichnete ihn als ersten Schritt im Ausbau des Sponsoren-Netzwerks. Zum Wechsel des Geschäftsführers von Friedrich Nikolaus zu Bernhard Friedrich behauptete Hartmann, es sei nie geplant gewesen, dass Nikolaus länger im Amt bleibt. Wer´s glaubt, wird selig. Das hätte von Beginn an kommuniziert werden müssen. Hartmann bleibt auch nichts anderes übrig, als den von ihm engagierten Nikolaus über den grünen Klee zu loben. Auch für seine für den Verband entwickelte Gesamtstrategie  „Eishockey 2030“. Wenn jemand so langfristige Pläne entwickelt, warum kündigt er dann selbst nach 17 Monaten?

 

Foto: Vienna Capitals.

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