Fußball

Extrem bitter für Austria: Jeder bekommt, was er verdient!

Jeder bekommt, was er verdient! Der Satz stammt von Marco Rose, RB Leipzig-Trainer mit Salzburg-Vergangenheit. Gesagt Mittwoch Abend im Bernabeu-Stadion nach dem 0:2 gegen Real Madrid, weil sich Leipzig für eine gute Leistung nicht belohnte. Ähnliches galt 24 Stunden später tausende Kilometer entfernt in Polen nach dem 1:4 (1:1) der Wiener Austria in der Conference League gegen Meister Lech Posen, der mit nur drei Polen, aber acht Legionären, davon drei aus Portugal, begann. Die Austria belohnte sich nicht, sie bestrafte sich sogar, blieb daher im neunten Europacupspiele hintereinander ohne Sieg. Den letzten gab es im November 2017 beim 4:1 gegen Rijeka. Nach nur einem Punkt aus den ersten zwei Partien braucht die Austria in den zwei Partien gegen den spanischen Favorit Villarreal, der in Israel bei Hapoel Beer Sheva 2:1 gewann, dabei einige Stammspieler schonte, Punkte holen, um noch um Platz zwei kämpfen zu können.

Aber zuzutrauen ist er dies nach der Abfuhr in Posen eigentlich nicht. Eine Stunde gut gespielt, aber am Ende 1:4. Weil die Defensivabteilung nicht kompakt und stabil genug ist, vorne die Effektivität fehlt. So vergab Andreas Gruber knapp vor dem 1:0 von Lech durch Kapitän Mikael Ishak, dem ein Pass von Joao Amaral freie Bahn verschaffte, den Sitzer zur violetten Führung. Die Austria-Reaktion kam nur 1:44 Minuten später durch den Ausgleich von Braunöder. Eigentlich hätte die Austria mit einer Führung in die Pause gehen müssen. Denn nach einem Foul von Pedro Rebocho an Dominik Fitz gab es nach 36 Minuten Elfmeter für Austria. Der gefoulte Fitz wollte selbst schießen, aber Manfred Fischer schnappte sich den Ball. Fitz diskutier mit ihm, Fischer ließ nicht mit sich reden, scheiterte dann an Tormann Filip Bednarek, dessen Bruder Jan Innenverteidier bei Ralph Hasenhüttl in Southampton ist. Das war sicher zum Ärgern.

Aber der wahre Knackpunkt des Spiels kam nach 62 Minuten, als Michel Skoras, einer der drei Polen, eine Flanke von Joel Pereira ungehindert volley übernehmen konnte. Für Tormann Christian Früchtl gab es nichts zu halten. Auch nicht beim 3:1 und 4:1 des norwegischen Jokers Kristoffer Velde. Der nach 76 Minuten Reinhold Ranftl austanzte, in letzter Minuten von einer schlechte Kopfballabwehr von Kapitän Lukas Mühl profitierte, der Veldes Schuss auch abfälschte. Obwohl Trainer Manfred Schmid nachher von guten 75 Minuten sprach, nach dem zweiten Treffer der Polen ging nichts mehr: „Bitter, der Unterschied war die Effizienz“, klagte Manfred Schmid, im Servus TV-Interview „so wie vor dem 1:2 dürfen wir uns nicht verhaten, sondern besser verteidigen. Aber wir sind noch lange nicht ausgeschieden.“ Auf den Satz von den guten Phasen, auf denen man aufbauen könne, verzichtete er. Er wäre auch deplatziert gewesen.

Dass es bei Elfmetern auch anders als bei der Austria laufen kann, bewies beim 1.FC Köln ein Ex-Rapidler. Dejan Ljubicic holte gegen den tschechischen Klub Slovacko den Elfmeter zum 3:2 heraus, verwandelte ihn selbst. Bei Köln darf also auch der Gefoulte schießen. Ljubicic erzielte auch den Treffer zum 4:2 (2:0)-Endstand, womit Köln im Rennen um den Gruppensieg bleibt.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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