Vor zwei Wochen verhinderte dichter Nebel das restlos ausverkaufte Oberösterreich-Derby zwischen Ried und dem LASK um den Aufstieg ins Finale des Uniqa-Fußballcups am 1. Mai in Klagenfurt. Referee Sebastian Gishamer traf die richtige Entscheidung, auch wenn Rieds Kapitän Andreas Leitner danach provokant behauptete, das Spiel habe nicht stattgefunden,weil es LASK-Trainer Didi Kühbauer so wollte. Schon dieser Sager sorgte dafür, dass es Mittwochabend beim zweiten Versuch, den ORF 1 live überträgt, noch mehr Emotionen geben wird als beim ersten. Noch mehr, dass in den sozialen Medien ein Video von Rieds Präsident Thomas Gahleitner mit einem brennenden LASK-Fanschal im Rieder VIP-Club auftauchte. Das beschäftigte sogar das Ethik-Komitee der Bundesliga, das von Gahleitner eine Aufklärung verlangte.
Sicher war keine Absicht, sprich Anspielung auf Rieds Präsidenten, dahinter, dass Sasa Kalajdzic meinte, der LASK müsse Feuer und Flamme am Platz sein, um das Derby gewinnen zu können. Ohne Kalajdzic würde der LASK diese Spiel nicht bestreiten, denn im Viertelfinale gegen Blau Weiß Linz wäre es Ende Jänner ohne sein Tor und seinen Assist zum Siegestreffer sicher nicht gelungen, einen 0:2-Rückstand noch in ein 3:2 zu verwandeln. Damals gewann Ried sein Viertelfinale gegen Rapid mit 3:0 ganz eindeutig. Klar ist, was der emotionale Cup-Fight alles bieten wird: Viele intensive Zweikämpfe, viele lange und zweite Bälle. So war es auch beim letzten Duell in der Bundesliga, als der LASK in Ried erst in der 103. Minute durch einen verwandelten Elfmeter von Moses Usor den Aufstieg schaffte. Das war der spätste Ausgleich in der Bundesliga-Geschichte.
Zwischen Absage und Neuauflage verlor Ried daheim gegen die Wiener Austria 0:2, gewann gegen WSG Tirol 2:1, feierte damit den ersten Sieg dieses Jahres in der Bundesliga. Das brachte nochmals Selbstvertrauen Dem LASK gelang hingegen nach einem 3:1 gegen Wolfsberg mit dem 0:0 gegen Hartberg der Start in die Meistergruppe nicht nach Wunsch. Kapitän Sascha Horvath, der letzten Freitag wegen der Geburt seines Kindes fehlte, ist wieder dabei. Der LASK ist zum sechsten Mal in den vergangenen acht Jahren unter den letzten vier, im Endspiel war er zuletzt 2021, Ried ein Jahr später. Beide verloren gegen Red Bull Salzburg jeweils 0:3. Ried war 1998 unter Klaus Roitinger und 2011 unter Paul Gludovatz Cupsieger, der LASK zuletzt 1965 in dem Jahr, in dem er unter dem Tschechen František Búfka auch Meister wurde, LASK-Trainer Didi Kühbauer erst vor einem Jahr mit Wolfsberg.
Foto: SV Ried.