Fußball

Bei Pacult brennt auch mit 61 noch immer das Feuer: „Das gibt´s ja net!“

Die Rufe waren in der leeren Generali-Arena Freitag Abend nicht zu überhören: „Das gibt´s ja net“ ertönte es von der Betreuerbank von Austria Klagenfurt sehr oft während des 2:1 (1:0) bei den Young Violets. Wer das verärgert oder entsetzt immer wieder rief, war der Trainer der Sieger. Peter Pacult, Rapids letzter Meistertrainer, zu Jahresbeginn angetreten, um Austria Klagenfurt endlich wieder in die Bundesliga zu führen. Vom Start weg von ihm gegenüber skeptisch eingestellten lokalen Medien begleitet. Irgendwie scheint das eine Art „letzte Mission“ zu sein, mit 61 Jahren nochmals in die Bundesliga zurückzukehren. Zehn Jahre nach dem Abschied von Rapid. Das Feuer brennt in ihm noch genauso wie zu grün-weißen Zeiten. Das zeigten auch die „das gibt´s ja net“-Rufe.

Der Trainer hat jedenfalls mehr Feuer als ein Großteil seiner Spieler. Sechs Legionäre aus Deutschland, Uruguay, Kroatien, Schweden und Italien stand in der Startelf, drei weitere saßen auf der Tribüne. Diejenigen, die begriffen haben, dass es in der zweiten Liga nur auf Kampf ankommt, mit schön spielen nichts zu holen sein wird, schon gar nicht der  Aufstieg, bleiben in der Minderheit.  Kapitän Markus Rusek oder Christopher Cvetko sind solche Ausnahmen, der Ex-Mattersburger Thorsten Mahrer hielt den Abwehrladen zusammen, erzielt überdies das wichtige schnelle Führungstor. Andere hingegen zeigten aufreizend wenig Engagement. Etwa der Schwede Alex Andersson, der sich offenbar für etwas hält, weil er eine Leihgabe aus der zweiten Mannschaft von Bayern ist. Von ihm kam gar nichts, auch kein Engagement. Kein Wunder, dass er der erste war, den Pacult austauschte. Auf der Tribüne verloren die deutschen Funktionäre von Klagenfurt, Sportchef Matthias Imhof und Geschäftsführer Harald Gärtner, mitunter die  Ruhe. Suchte Manfred Zsak Spieler für Österreichs U 19. Die violetten Hoffnungen zeigten ihm wenig. Da sah vieles nach Schablone aus. Zumindest in dem Match blieb schwer vorstellbar, dass einige bald den Sprung in den Bundesligakader schaffen könnten. Eine Ausnahme hieß Vesel Demaku. Aber der hat schon in der Bundesliga gespielt.

Zehn Punkte aus den letzten vier Spielen hat Austria Klagenfurt geholt. Mit Licht und Schatten, wie Pacult feststellte: „Zurücklehnen können wir uns nicht!“ Damit liegt er völlig richtig. Abwarten, ob es die Spieler auch so sehen. Vorerst sind die Klagenfurter von den Mannschaften, die um die Lizenz für die Bundesliga ansuchten, am besten platziert. Auf Rang vier. Wenn nicht noch der Sprung auf Platz eins oder zwei gelingt, dann warten Relegationsspiele gegen den Letzten der Bundesliga um den Aufstieg. Gegen den Dritten der Bundesliga, den LASK, machte Austria Klagenfurt bei der Niederlage im Viertelfinale des Uniqa-Cups  jedenfalls bessere Figur als gegen die Young Violets: „In der Bundesliga schaut die Welt ganz anders aus“, prophezeite Pacult, „da sind auch anderen Dinge als im Aufstiegsrennen gefragt!“ Aber bis zum Aufstieg wird es in den letzten zwölf Runden noch sehr viele „das gibt´s ja net“-Rufe geben.

 

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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