Florian Kainz spielt nächste Saison wieder in der Bundesliga. Er kehrt ein Jahr nach dem Abstieg sogar als Meister der zweiten Liga zurück: Der 1. FC Köln überholte mit einem 4:0 (2:0)-Heimsieg gegen Kaiserslautern in der letzten Runde noch den Hamburger SV. 50.000 Fans sangen bereits lange vor Schlusspfiff „der 1. FC Köln ist wieder da“, tausende stürmt nach Abpfiff den Rasen, duschten Spieler und den 71 jährigen Trainer Friedhelm Funkel, der in seiner langen Karriere zum siebenten Mal den Aufstieg schaffte, mit Kölsch. Mitten im Mai herrschte Stimmung wie ansonst nur im Karneval. Auch der 32 jährige Kainz war erleichtert: „Wir sind wieder dort, wo wir hingehören!“
Mit dem schnellen Führungstor durch Ex-Austria-Legionär Eric Martel bekam Köln alles rasch in den Griff. Kainz erzielte nach 76 Minuten das 3:0, sein drittes Saisontor heizte die Stimmung weiter an. Aufstiegstrainer Funkel dachte auch an seinen zwei Runden zuvor entlassenen Vorgänger, den Salzburger Gerhard Struber: „Er hat einen größeren Anteil als ich, ich habe eine Mannschaft in einem Top-Zustand übernommen“. Letzte Saison wurde Struber mitten im Titelkampf bei Red Bull Salzburg beurlaubt, jetzt in Köln zwei Runden vor Schluss, obwohl Köln auf einem Aufstiegsplatz stand. Funkel machte in den letzten zwei Runden mit Siegen in Nürnberg und gegen Kaisereslautern alles klar. Der Trost für Struber, der in Wahrheit nur ein kleiner ist: Er kassiert auch die Aufstiegsprämie. Funkel kann sich vorstellen, auch in der Bundesliga Trainer bei Köln zu bleiben: „Ich fühle mich stark genug, bin fit, habe ein hervorragendes Trainerteam!“ Zu dem gehört mit Thomas Hickersberger der Sohn von Österreichs Ex-Teamchef, der mit Struber nach Köln gekommen war, aber nicht mit ihm gehen musste. Er wird beim Aufsteiger sehr geschätzt.
Die Relegationsspiele um den Aufstieg erreichte mit Elversberg ein Klub, den zu Saison keiner auf der Rechnung hatte. Elversberg ist Teil einer saarländischen Gemeinde, 15 Kilometer von Saarbrücken entfernt. Viel zur Aufstiegshoffnung trugen die 18 Tore des Ex-Austria-Legionärs Fisnik Asllani bei. Er ist eine Leihgabe von Hoffenheim, wurde von Sportchef Andreas Schicker zur nächsten Saison schon zurückbeordert. Dann gehört Asllani zum Kader von Christian Ilzer. Elversberg blieb durch einen 2:1-Auswärtssieg gegen Schalke Dritter hinter Köln und dem Hamburger SV, kämpft ab Donnerstag gegen Heidenheim um den Aufstieg in die Bundesliga.
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