Fußball

Für Rapid spricht nichts, für Austria nur wenig

Austrias Trainer Manfred Schmid wünscht sich in der letzten Runde der Meistergruppe gegen Sturm Graz in der Generali-Arena ein großes Finale, in dem Violett Platz drei fixiert. Der Wunsch kann nur in Erfüllung gehen, wenn dem Wiener Erzrivalen Rapid am Sonntag kein „unmögliches“ Wunder gegen Red Bull Salzburg gelingt. Das wäre angesichts der prekären Personalsituation schon ein Unentschieden, aber bei dem bliebe die Austria noch im Rennen, selbst wenn es im violetten Duell bei Aufsteiger Austria Klagenfurt keinen Sieg, sondern das vierte Unentschieden in dieser Saison gibt. Also ist Meister Salzburg fast der Garant für das große Austria-Finale: Die letzten sechs Spiele gegen Rapid gewonnen, was sonst keiner anderer Mannschaft in der Bundesliga gelang, keine Niederlage in den letzten elf, zuletzt am 24. Februar 2019 verloren. 0:2 im Allianz-Stadion.

Der Doublegewinner will den Siegrekord von Austria aus der Saison 1985/86 einstellen, den eigenen Punktrekord in der Bundesliga verbessern. Das geht nur mit zwei Siegen in den letzten zwei Runden. Die Ausfälle von Tormann Philipp Köhn, Innenverteidiger Kamil Piatkowski, Mittelfeldspieler Nicolas Capaldo und Stürmer Noah Okafor  werden keine Rolle spielen. Selbst wenn Rapid komplett beginnen könnte, nicht eine ganze Elf vorgeben müsste. Daher wird es beim Anpfiff schon den fünften Rapid-Kapitän in dieser Saison geben. Von den bisherigen vier steht keiner zur Verfügung: Max Hofmann ist gesperrt, Christopher Dibon, Filip Stojkovic und Srdjan Grahovac sind außer Gefecht. Nach Aus- und Einwechslungen trugen für kurze Zeit auch Marco Grüll, Philipp Schobesberger und Thorsten Schick die Kapitänsbinde. Wird es Grüll erstmals zu Beginn sein? Eine Option wäre sicher Kelvin Arase (Bild oben) als dienstältester Rapidler in seinem letzten Heimspiel vor dem Wechsel nach Karlsruhe.

Die vagen grün-weißen Hoffnungen tragen die drei Saisonspiele gegen Salzburg. Die waren immer knapp. Im Herbst stand es in Salzburg bis zur 79. Minute 0:0, ehe Videoreferee Dieter Muckenhammer und Schiedsrichter Markus Hameter gemeinsam einen Elfmeter konstruierten, den Karim Adeyemi verwandelte. In der 94. Minute fiel das zweite Salzburger Tor. Im Februar führte Rapid im Allianz-Stadion von der 17. bis zur 64. Minute 1:0, Salzburg gewann aber 2:1. Im April sicherte erst ein Tor von Zlatko Junuzovic  in der Nachspielzeit Salzburgs 2:1. Aber in diesen engen Partien war Rapid personell besser besetzt als am Sonntag. Rapid hat es bei zwei Punkten Vorsprung auf Austria und drei auf Wolfsberg selbst in der Hand hat, Platz drei zu sichern. Aber dazu fehlen die „Waffen“. Zudem kündigte Adeyemi an: „Siege in Wien sind für Salzburg immer die schönsten!“ Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic versprach auf der Klubhomepage den Rapid-Fans Einkäufe. Die seien schon in trockenen Tüchern, nur könne man sie erst nach der letzten Runde bekannt geben. Das betrifft Klagenfurts Mittelfeldspieler Patrick Greil. Der sich Sonntag in Hütteldorf beliebt machen könnte, ohne einmal bei Rapid gespielt zu haben. Wenn er mit Klagenfurt der Austria Punkte wegnimmt.

„Mit einer Ausnahme waren unsere Leistungen zuletzt in Ordnung, auch wenn wir nicht gewannen“, machte Schmid in Zuversicht. Die Ausnahme war das 0:5 in Salzburg. Der gesperrt gewesene Eric Martel steht in Klagenfurt wieder in Austrias Startelf. Den letzten Sieg gab es zum Start in die Meistergruppe am 13. März mit dem 2:1 gegen Wolfsberg, danach gelangen in sieben Spielen nur vier Unentschieden. Wolfsberg gastiert in Graz vor vollen Tribünen bei Vizemeister Sturm Graz und Ex-Trainer Christian Ilzer. Vor Anpfiff gibt es eine Trauerminute für den verstorbenen Sturm-Trainerguru Ivica Osim, der Samstag in seiner Heimatstadt Sarajevo zu Grabe getragen wurde. Was das  bosnischen Fernsehen live übertrug.

 

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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