Fußball

Granit Strebinger: Rapid feiert letzten Platz nach 0:0 wie Sieg

Platz eins hätte es mit einem Sieg über Villarreal werden können. Mit dem 0:0 gab es den  Rückfall auf den letzten Platz, da Spartak Moskau daheim gegen die Glasgow Rangers in verrückten Match 0:1, 1:2 und 2:3 zurücklag, aber durch zwei Tore in zwei Minuten noch 4:3 gewann. Aber Rapid liegt vor den letzten zwei Partien in Moskau gegen Spartak und in Hütteldorf gegen die Rangers nur zwei Punkte hinter dem spanischen Tabellenführer, je einen hinter Spartak Moskau und den Rangers, da ist wirklich noch alles möglich. Vielleicht feierten die Rapid-Anhänger nach 95 Minuten die Nullnummer wie einen Sieg.

Vor dem Anpfiff bemühte die Fantribüne in Ermangelung einen wirklich erfolgreichen Gegenwart wieder einmal die erfolgreiche Vergangenheit (siehe Bild). Mit der Erinnerung an das Husarenstück vor 50 Jahren wie  gegen Real Madrid, als im Achtelfinale des Meisterbewerbs durch ein 1:0 im Praterstadion und ein 1:2 in Bernabeu dank des Auswärtstors der sensationelle Aufstieg gelang. Der Schütze des Tors von Madrid, der Däne Jörn „Johnny“ Bjeregaard, war als lebende Erinnerung im ausverkauften Allianz-Stadion, wurde vor Anpfiff entsprechend gefeiert. Dass  am Ende stimmte, was die Ultras, Tonados und Lords am gemeinsamen  Transparent dem „gelben U-Boot“ prophezeiten, nämlich wieder auf Granit wie damals Real Madrid zu beißen, hatte nur einen Grund. Und der hieß Richard Strebinger.

Dem Tormann, Rapids einzigen Spieler im aktuellen Teamkader war es allein zu verdanken, dass es zur Pause 0:0 stand. Obwohl Villarreals Trainer Javier Calleja anfangs seine Trümpfe Toko Ekambi und Pablo Fornales, mit denen Rapid vor zwei Wochen bei der 0:5-Schmach überhaupt nicht zurecht gekommen war, netterweise  auf der Bank ließ, kamen die Spanier zu drei Sitzern. Nur Strebingers Reflexe vehinderten, dass daraus Tore wurden. Da hat sein Manager Stefan Brasas wieder drei neue Highlights mehr für ein „Best of Strebinger“-Video, mit dem er, wie man hört,  bereits bei deutschen Bundesligaklubs unterwegs ist. Rapid wäre schlecht beraten, Strebinger für Millionen aus dem Vertrag bis  2022 raus zu lassen.

Trainer Didi Kühbauer hatte wohl auch etwas das tägliche Brot  Bundesliga und das Spiel in Wolfsberg im Kopf, als er zu Beginn Christoph Knasmüllner und Boli Bolingboli im Talon ließ. Aber nicht Christopher Dibon, der den in den letzten Wochen schwächelnden Mateo Barac ersetzte. Knasmüllner kam zur zweiten Hälfte statt des  nach einem schweren Foul angeschlagenen Thomas Murg und tat Rapids Spiel gut. Der zweite Hälfte war, begleitet von einen ohrenbetäubenden Kulisse, sicher die bessere, in der nur Zentimeter zum goldenen Tor fehlten, als Andrija Pavlovic einen Pass von Veton Berisha gekonnt in Richtung langes Eck verlängerte. Ein Knasmüllner-Knaller flog zum Glück für Villarreal in Richtung von Tormann Andres Fernandez. Anderseits sah in der 94.Minute alles nach einem 0:1 aus, als der  gekommene Ekambi nicht zu stoppen war. Wie Marvin Potzmann nach einem Tackling von Mert Müldür noch auf der Linie rettete, hatte ähnliches Topniveau wie Strebingers Rektionen. Also darf weiter gehofft werden, in der Europa League zu überwintern. Das kann aus eigener Kraft geschafft werden. Eigentlich mehr, als man vor Beginn der Gruppenphase erwarten durfte: „Vor der Pause fehlte noch etwas der Mut, aber die zweite Hälfte war wirklich gut“, lobte Kühbauer, „das war auch eine Frage der Ehre.“

 

Foto: © SK Rapid Wien Media.

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