Eishockey

Graz im Semifinale, Meister Salzburg kurz vor Mitternacht enttrohnt

Die Graz99ers erreichten Mittwoch mit dem vierten Sieg gegen Villach souverän das Semifinale der Ice League, Meister Red Bull Salzburg wurde hingegen knapp vor Mitternacht enttrohnt. Alle vier Duelle gegen Pustertal gingen mit einem Tor Differenz verloren, Dientagabend in Bruneck mit 1:2 (1:0, 0:1, 0:0, 0:0,0:0  0:1) in der zweiten Verlängerung. Der Siegestreffer fiel erst in der 106. Minute kurz vor Mitternacht, es war das viertlängste Spiel der Ligageschichte. Erstmals seit April 2021 verloren die „Bullen“ wieder eine Playoffserie, danach folgten vier Meistertitel hintereinander. Auch vor dieser Saison galten die Salzburger nach dem Engagement von Michael Raffl als klarer Favorit, obwohl der amerikanische  Meistertrainer Oliver David an den Red Bull-Klub in München verloren ging. Daher ist die Enttäuschung riesengroß.

Es war schon keine gute Idee, Pustertal als Trainer zu wählen. Denn von den letzten zehn Dellen gegen die Südtiroler wurden nur zwei gewonnen und die erst nach Verlängerung. Andere Gründe? Viele bringen das k.o. mit dem vor einem Jahr eingebürgerten finnischen Tormann Ante Tolvanen in Zusammenhang, mit seiner schwächsten Saison, seit er vor fünf Jahren in die Mozartstadt kam. Der 31jährige hatte schon im Grunddurchgang mit 91,4 Prozent das schwächere Save-Percentage als David Kickert (94,1), doch Trainer Manny Viveiros setzte im Play-off weiter auf Tolvanen. Zu Kickert, der 2017 mit den Vienna Capitals Meister war, fehlte ihm bis zum vierten Spie am Mittwoch der Mut. Die Paradelinie mit Peter Schneider, Benjamin Nissner und Kapitän Thomas Raffl funktionierte nicht mehr so gut wie in den Jahren davor, der Führungstreffer von Schneider am Mittwoch war erst sein zehnter in dieser Saison, der erste im Play-off. Man kann auch diskutieren, ob Sportchef Helmut Schlögl mit dem Engagement der neuen Legionäre Connor Cochoran, Devante Stephens und Trevor St. Denis gute Entscheidungen traf, ob der 60 jährige Viveiros, ein anderer Trainertyp als die Vorgänger David und Matt McIlvane, zur Mannschaft passte.

Die Grazer Vorstellung beim 6:2 (6:0, 0:2, 0:0) in Villach war im ersten Drittel nach dem Führungsreffer von Lukas Haudum in der fünften Minute eine Machtdemonstration, ein starkes Statement. Dem Sieger des Grunddurchgangs gelang der erste „Sweep“, wie ein Seriensieg ohne Niederlage genannt wird, in der Klubgeschichte. Nach acht Minuten stand es 4:0, nach 16 Minuten 6:0. Der KAC bezog gegen Fehervar nach schneller 1:0-Führung die erste Auswärtsniederlage seit 2024. Nach dem 1:2 (1:0, 0:2, 0:0) steht es in der Serie 1:1, Donnerstag geht es in Klagenfurt weiter.

Foto: Ice League/Gepa.

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