Brasilien muss weiter auf seinen ersten WM-Titel seit 2002 warten. Denn das 1:2 (0:0) im Achtelfinale gegen Norwegen bedeutete die Endstation. Ein Kopftor des bis dahin kaum im Spiel gewesenen Erling Haaland nach Flanke von Joker Andreas Schjelderup brachte nach 79 Minuten Norwegen in Führung, in der 89. Minute traf er noch mit links aus 17 Metern. Es war der sechste und siebente Treffer des ehemaligen Salzburg-Torjägers bei seinem erst vierten Einsatz bei dieser WM, der in der Torschützenliste Lionel Messi einholte. Damit blieb Norwegen gegen Brasilien in fünf Spielen ungeschlagen, feierte den zweiten WM-Sieg gegen die „Selecao“ nach 1998. Seit dem letzten Titelgewinn konnten die Brasilianer kein k.o.-Spiel gegen eine europäische Nation mehr gewinnen. Diesmal auch wegen eines schwach geschossenen Elfmeters, mit dem Newcastle-Legionär Bruno Guimaraes in der achten Minute am 36-jährigen norwegischen Torhüter Orjan Nyland scheiterte. Es half nichts, dass Teamchef Carlo Ancelotti noch bei 0:0 mit Endrick und Neymar neue Offensivspieler einwechselte. Neymar verwandelte in der zehnten Minute der Nachspielzeit den zweiten Elfmeter zum 1:2. Das kam zu spät. Norwegen trifft Samstag in seinem ersten WM- Viertelfinale in Miami auf den Sieger aus Mexiko – England.
Vor dem Anpfiff des Achtelfinales in New Jersey überraschte die FIFA-Meldung, dass die Sperre von US-Stürmer Folaran Balogun für die rote Karte beim 2:0 gegen Bosnien nach einem Tritt gegen Tarik Muharemovic (Bild) in eine auf ein Jahr bedingte zur Bewährung ausgesetzte umgewandelt wurde, für Überraschung und für mächtigen Wirbel. Damit kann US-Teamchef Mauricio Pellegrino Monaco-Stürmer Balogun, den besten Torschützen des Veranstalters bei der WM, in der Nacht auf Dienstag im Achtelfinale gegen Belgien einsetzen. Kommentar von Belgiens Teamchef Rudolf Garcia: „Ich dachte, heute ist der 5. Juli und nicht der 1. April!“
Der brasilianische Referee Raphael Claus zeigte Balogun die rote Karte, für ein ähnliches Vergehen bekam Argentiniens Superstar Lionel Messi beim 3:0-Startsieg gegen Algerien vom polnischen Schiedsrichter Szymon Marciniak nicht einmal die gelbe. Aber das rechtfertigt noch lange nicht, dass die FIFA die automatische Sperre für Balogun aufhob. US-Präsident Donald Trump bedankte sich sofort bei der FIFA für die Beseitigung einer großen Ungerechtigkeit. Das nährte natürlich die Spekulationen, dass Trump bei Infantino intervenierte und offene Ohren fand. Wie unterwürfig Infantino gegenüber Trump ist, merkte man schon bei der WM-Auslosung im Dezember in Washington, als Infantino Trump einen von der FIFA erstmals ausgerufenen Friedenspreis verlieh. Das war eine Aktion zum Fremdschämen. Die Aufhebung der Balogun-Sperre jetzt auch.
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