Fußball

Hetze gegen Schiedsrichter Sebastian Gishamer – er macht trotzdem keine Pause

Am Tag nach Wolfsbergs Sieg beim Cupfinale in Klagenfurt meldeten sich der ÖFB in Person von Generalsekretär Thomas Hollerer und die Bundesliga durch Vorstand Christian Ebenbauer wegen eines heiklen Themas gemeinsam zu Wort. Es ging um Hetze gegen einen Schiedsrichter, der nicht genannt wird und dessen Name uscwher zu errwten ist: Es handelt sich um Sebastian Gishamer, um den es in den letzten zwei Wochen einige Aufreger gab. Zuerst die rote Karte für Rapids Tormann Niklas Hedl beim 1:5 in Wolfsberg, für ein Foul, das keines war, als es noch 1:1 stand. Gishamer gestand vor den TV-Kameras seinen Fehler ein, pfiff aber eine Woche später dennoch das Spitzenspiel zwischen Sturm Graz und Austria. Über die Besetzung von Schiedsrichterchef Viktor Kassai konnte man diskutieren. Vielleicht wäre es doch besser gewesen, den Salzburger Referee aus der Schusslinie zu nehmen. So wurde er zu Grazer Sündenbock für das 0:1 und den Verlust der Tabellenführung.

Wegen einer harten roten Karte gegen William Boving, gelb-rot für Leon Grgic und der Annullierung des Ausgleichs durch Belmin Beganovic. Die Entscheidungen in Sachen Grgic und aberkanntes Tor waren völlig korrekt, auch der Ausschluss von Böving wurde im VAR-Report als richtig bezeichnet. Der Strafsnat sperrteden Dänen aber wege unsportlichen Verhaltens und nicht wegen Insultierung. Im Sturm-Lager war man auf Gishamer auch böse, weil er Austrias Reinhold Ranftl erst in der 90. Minute und nicht schon früher ausschloss. Präsident Christian Jauk eilte nach Schlusspfiff der hektischen Partie auf den Rasen, um Gishamer Vorwürfe zu machen. Ob das einige Fans zum Anlass nahmen, um auf digitalen Plattformen und in Interforen eine beispiellose Hetzkampagne gegen den Schiedsrichter zu entwickeln?

Es überschritt tatsächlich jegliche Grenze des Akzeptablen. Wenn nicht nur die persönlichen Daten samt der Wohnadresse öffentlich gemacht wurden, sondern auch zu Handlungen gegen Gishamer aufgerufen wird. Seine Angehörige, selbst seine Eltern, sahen sich Drohungen und Beleidigungen ausgesetzt, auch seine hauptberufliche Tätigkeit als Bauingenieur wurde beeinträchtigt. Gegen diese Aktionen gingen ÖFB und Liga konsequent vor, erstatten in Abstimmung mit einem Spezialisten des Innenministeriums im Name des Betroffenen eine Anzeige. Ob die alles beruhigt?

Kassai und Gishamer zeigen jedenfalls Härte. Trotz der Hetze, die klare Grenzen überschritt, leitete Gishamer am Freitagabend das Spitzenspiel der zweien Liga zwischen Ried und Tabellenführer Admira. Um zu signalisieren: Wir lassen uns von Hetze nicht beeinflussen.

Foto: Sky Sport Austria.

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