Fußball

Heynckes läßt Alaba schon Elfmeter üben

Ein schickes Bild von David Alaba im dunklen Klubanzug mit coolen Sonnenbrillen und weißen Kopfhörern schickte Bayern München Montag Vormittag mit der Bekanntgabe des Kaders für die mit Spannung erwartete Aufholjagd gegen Real Madrid am Dienstag Abend in Bernabeu-Stadion mit. Wie es aussieht, wird der Österreicher von Beginn an dabei sein, wenn Bayern versucht, trotz 1:2 in München noch ins Finale am 26. Mai in Kiew zu kommen. Sonntag trainierte er voll mit, danach gab es keine Beschwerden im Oberschenkel, Alaba selbst fühlte sich auf einem guten Weg. Er hat im Bernabeu-Stadion schon alles miterlebt: 2012 den Aufstieg ins Finale via Elfmeterschießen,, danach Niederlagen unter Pep Guardiola (2014 0:1 im Semifinale) und Carlo Ancelotti (2017 2:4 im Viertelfinale nach Verlängerung).

Eine Neuauflage des Elfmeterschießens prophezeit Andi Herzog, Österreichs Rekordteamspieler mit Bayern-Vergangenheit. Vor sechs Jahen hatte Bayern dies 3:1 gewonnen, dabei Alaba den ersten nervenstark verwandelt, indem er Iker Casillas in die fasche Ecke schickte, nach Alaba Cristiano Ronaldo den ersten ür Real vergeben, was nach ihm auch von Kaka und Sergio Ramos passiert war. Sonntag ließ Bayerns Trainer Jupp Heynckes bereits Elfmeter üben: Robert Lewandowski, Javi Martinez und James verwandelten gegen Tormann Sven Ulreich, die starke linke Seite, mit Alaba und Franck Ribery, die zum Trumpf werden soll,  vergab hingegen. Nicht ganz glücklich  zeigte sich Alaba über den Referee, der in Madrid pfeift: Es ist der Türke Cüneyt Cakir. Mit dem verbindet Alaba Erinnerungen an das Scheitern mit Österreich in der WM-Qualifikation für 2014 beim 1:2 gegen Schweden in Stockholm mit der falschen roten Karte für Marko Arnautovic und an das Ausscheiden im Semifinale der Champions League 2016 gegen Atletico Madrid, an dem Cakir seinen Anteil hatte, indem er ein Abseitstor des Franzosen Antoine Griezmannn gelten ließ.

In der Meisterschaft schonten Bayern und Real am Samstag fast alle ihre Stars. Manche bezeichneten die Startbesetzung der Bayern beim 4:1 gegen Eintracht Frankfurt sogar als C-Elf. Nur Ulreich, Joshua Kimmich und Mats Hummels von der Stammbesetzung von Beginn an dabei, hingegen die Youngsters Lukas Mai, Niklas Dorsch, der für das Führungstor sorgte. Meritari Shabani und Evina. Zinedine Zidane machte es beim 2:1 gegen Leganes nicht anders: Nur Casemiro und Karim Benzema musste vom Start weg ran, Toni Kross und Marco Asensio kamen nach 62 Minuten.Zidane im Ausblick auf das Retourspiel: „Wir müssen so gut wie nie sein, es ist das wichtigste Spiel der Saison. Die Fans müssen uns anfeuern wie nie zuvor.“

Bayern flog ohne Arjen Robben, Jerome Boateng, Arturo Vidal und Kingsley Coman, aber mit den Talenten Mai und Dorsch nach Madrid, Torjäger Sandro Wagner deponierte zuvor bei Heynckes seinen Vorschlag, es doch mit der Doppelspitze zu versuchen, mit Robert Lewandowski und ihm, weil doch Bayern mindestens zwei Tore brauche, Reals Abwehr bei hohen Bällen Schwächen zeigt. Heynckes legte sich nur auf den nach dem Hinspiel hart kritisierten Lewandowski fest. Der Aberglauben bei Bayern war nicht so  megagalaktisch wie bei Real vor dem Spiel in München. Bayern wechselte im Vergleich zum Ausscheiden im letzten Jahr nur das Hotel. Zidane hatte sogar darauf bestanden, dass die gleiche Flugzeugbesatzung  wie ein Jahr zuvor im Charter nach München war, wieder im gleichen Hotel gewohnt wurde, obwohl es nur vier Sterne hat, wieder in schwarzen Dressen gespielt wurde. Und wie 2017 verwandelte Real in der Allianz-Arena ein 0:1 in ein 2:1. Bayern kam in Madrid nur ins Nachspiel, aber nicht weiter. Spannend wird´s auf jeden Fall, ob Dienstag mehr gelingt. Das Beispiel Juventus, das Heynckes, immer wieder anführte, macht Hoffnung. Italiens Meister holte im Viertelfinale das 0:3 vom Heimspiel auf, ehe ein Elfmeter in der Nachspielzeit, den Ronaldo unter die Latte donnerte, Real zum Bayern-Gegner machte.

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