Fußball

Plötzlich gibt´s Lob für Peter Stöger

Kein siegreicher Sonntag für Österreichs Trainer in der deutschen Bundesliga: Zunächst bezog Ralph Hasenhüttl in seinem 100. Bundesligaspiel mit RB Leipzig eine 0:3 (0:1)-Abfuhr in Mainz, womit vor den letzten zwei Runden sogar der Europa League-Platz in Gefahr geriet. Danach verpasste Peter Stöger mit Borussia Dortmund bei Werder Bremen den möglichen Sprung auf Platz zwei vor Schalke: Zwar Führungstor des starken Marco Reus (Bild oben), aber dann einige Sitzer vergeben, an Weltklassereaktionen des tschechischen Werder-Keepers Jiri Pavlenka gescheitert, am Ende nur 1:1 und weiter Dritter, aber klar auf Kurs Richtung Champions League. Und plötzlich gibt´s Lob für Stöger, über den „Bild am Sonntag“ schrieb: „Weil die Bosse mit der Entwicklung der Mannschaft unzufrieden sind, soll zum Neustart im Sommer auch ein neuer Trainer gehören.“ Gesagt hat das offiziell noch keiner.

Aber schon vor  dem Spiel in Bremen meinte Othmar Hitzfeld, der 1997 die Borussia zum Triumph in der Champions League geführt hatte, für ihn wäre es ein Fehler, wenn die Borussia nicht mit Stöger verlängern würde. Er habe eine angeschlagene Mannschaft übernommen, sie zunächst stabilisieren müssen, jetzt zeige der Trend deutlich nach oben. Sah man auch trotz des verpassten Siegs in Bremen, ebenso wie die Runde zuvor beim 4:0 über Leverkusen. Treffend dazu meinte der „Sky“-Kommentator: „Borussias gute Form hält an,  auch wenn das Ergebnis das noch nicht weiß.“ Zwei Aluminiumtreffer verhinderten das zweite Tor in der letzten halben Stunde zog Dortmund ein Powerplay auf, schnürte Werder fast in der eigenen Hälfte ein. Für Zlatko Junuzovic war sein vorletztes Heimspiel in Bremen trotzdem „eines zum Genießen“. Und erklärte, er habe sich schon vor Wochen für einen andere Klub entschieden, werde dies aber erst nach Saisonende sagen.

Im Münchener „Sky“-Studio brach der  bekannt kritische ehemalige deutsche Nationalspieler Didi Hamann auch erstmals eine Lanze für Stöger: „Wenn man die Mannschaft von heute mit der vergleicht, die er im Dezember übernommen hat, dann steht doch außer Diskussion, dass r hervorragende Arbeit geleistet hat.“ Hamann behauptete, es habe bei Borussia intern auch einen Meinungsumschwung gegeben. Bleibt aber abzuwarten, ob der reicht, Stöger von seiner Entscheidung abzubringen, nicht dort zu bleiben, wo ihm die Arbeit wegen fehlender Wertschätzung zu wenig Spaß macht. Aber das vorgegebene Ziel wird er erreichen: Die Borussia hat zwei Runden vor Schluss vier Punkte  Vorsprung auf Rang fünf. „Wir brauchen einen Sieg und den werden wir schaffen“, sagte kurz und bündig sowie selbstbewusst  in die „Sky“-Mikrofone. Nämlich nächsten Samstag daheim vor 81.000 Zuschauern gegen Mainz.

Dort erlebte Hasenhüttl gestern die nächste Entscheidung. Die Niederlage prolongierte die Talfahrt:  Kein Sieg in den letzten fünf Spielen, ein Unentschieden, 6:18-Tore. Leipzig vergab zunächst die Führung, geriet durch einen umstrittenen Elfer in Rückstand, zeigte in der zweiten Hälfte kein richtiges Aufbäumen, kassierte in den letzten acht Minuten zwei Treffer und die gelb-rote Karte für den Ex-Salzburger Naby Keita: „Unsere mentale Stärke reicht momentan höchstens für 30 Minuten, wenn nichts positive geschieht“, klagte Hasenhüttl, „wenn wir dann in Rückstand geraten, ist die Luft komplett heraußen.“ Samstag kommt Wolfsburg, durch den Mainzer Sieg in akuter Abstiegsgefahr, nach Leipzig. Danach soll der Grazer als Gast ins ZDF-Sportstudio. Wieder zurück in die Stadt der Sonntag-Enttäuschung.

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