Fußball

Hintereggers „Pech“: Im Fußball läßt sich nichts vertuschen

Zweiter Eklat um Martin Hinteregger innerhalb von sechs Wochen. Zunächst Ende Juli im Tiroler Trainingslager von Augsburg, als ein Video von einem torkelnden Hinteregger in der Kitzbüheler Fußgängerzone auftauchte. Und jetzt der Zwischenfall bei Österreichs Team: Er spielte Montag Abend bei Österreichs 0:0 gegen Polen in Warschau nicht wie von Teamchef Franco Foda verlautet wegen einer Wadenverletzung, sondern weil er in der Nacht von Samstag auf Sonntag seinen 27.Geburtstag zu exzessiv gefeiert hatte. Das deckten Dienstag die“Salzburger Nachrichten“ und  die „Kleine Zeitung“ auf, bestätige danach auch der Fußballbund in einer Aussendung. Das zeigte: Selbst ohne Video oder den Umweg über Social Medias läßt sich im Fußball  nichts mehr vertuschen, auch wenn man glaubt, dies schaffen zu können. Zwar hielten Hintereggers Mitspieler im Team dicht, aber einer aus dem Umfeld muss doch geplaudert werden. „Pech“ für Hinteregger.

Der erste Eklat hatte für Hinteregger ein positives Ergebnis, nämlich den ersten Suff-Transfer im Fußball, gebracht. Danach zeigte sich Augsburg plötzlich bereit, den Innenverteidiger um zwölf Millionen Euro an Eintracht Frankfurt zu verkaufen. Was Hinteregger ja wollte. Und diesmal? Am Tag nach dem 6:0 über Lettland gab Foda Samstag Nachmittag  den Spielern bis 22 Uhr frei. Hinteregger fuhr nach Flachau, wo er zuletzt in seinen neun Salzburger Jahren gewohnt hatte, feierte dort den Geburtstag. Sehr lange. Denn erst um sieben Uhr früh kam er in nicht fittem Zustand ins Salzburger Sheraton-Hotel, wo das Team logierte.  Drei Stunden später war Abflug nach Warschau. Dass keinem Medienvertreter im Teamcharter Hintereggers bedenklicher Zustand auffiel, ist ungewöhlich und überraschend.

Foda machte aber in diesem Fall das richtige. Wollte kein Aufsehen  vor dem so wichtigen Match, klärte alles intern. Hinteregger entschuldigte sich, sah ein, dass er dabei eine Grenze überschritt. Was bei ihm auch in Salzburger Zeiten einige Male passiert sein soll. Spielen durfte er trotzdem nicht, aber für Foda ist damit der Fall zu den Akten gelegt. Aber das mediale Nachspiel ist sicher. Wohl noch mehr in Deutschland als in Österreich. Für „Bild“ ist das ein Fressen!

„Hintis“ Image hat eine weitere Schramme erlitten. Die nichts an seinem Status als Publikumsliebling in Frankfurt ändern wird. Auch Freitag in Salzburg war er mit Sprechchören gefeiert worden. Frankfurts Sportvorstand Fredy Bobic und Trainer Adi Hütter wird die Meldung aus Österreich gar nicht gefallen. Samstag spielt Frankfurt übrigens in Augsburg.

Foto: © ÖFB Media.

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