Fußball

Ist Fitz auch ein Kandidat für Rangnick? Baumgartner steht im Weg

Der Siegestreffer von Dominik Fitz zum umjubelten 2:1 im Derby gegen Rapid war der erste direkt verwandelte Freistoß der Wiener Austria seit fast vier Jahren. Letztmals gelang dies dem später disziplinierten und im Jänner 2024 nach Russland gewechselten Aleksandr Jukic am 21. Mai 2021 gegen Ried. Nach dem Schlusspfiff waren wahre Lobeshymnen auf den 25 jährigen zu hören. Zum Teil übertriebene, wenn etwa von Geniestreichen die Rede war. Ein verwandelter Elfmeter ist sicher keiner und beim Freistoß gehörte auch die Mithilfe von Rapids Tormann Niklas Hedl dazu. Beide haben übrigens mit Max Hagmayr den gleichen Berater. „Ein Lausbub, der ein bisschen Führung braucht, weil er großes Talent hat“, sagte Sky-Experte Peter Stöger, der Fitz auch aus seiner Zeit als Austria-Trainer kennt, in „Talk&Tore“, rund 90 Minuten nach dem Derby-Schusspfiff, „er nimmt die Führungsrolle in der Offensive ein, kann für besondere Momente da sein.“  In dieser Saison stehen sechs Tore und neun Assists in seiner Bilanz, damit ist er in der Scorerwertung Zweiter hinter Mika Biereth, der in den 16 Runden vor seinem Wechsel von Sturm Graz zu Monaco elf Tore erzielte und fünf vorbereitete. Der Führungswechsel ist nur eine Frage der Zeit. Denn Fitz traf erstmals bei drei Einsätzen in Folge, eine längere Serie gelang ihm noch nie.

Austrias Sportchef Manuel Ortlechner lobte Fitz als den auf seiner Position mit Abstand besten Spieler in Österreich, zumal er bewies, auch in großen Spielen abliefern zu können. Trainer Stephan Helm gefällt an Fitz am meisten, dass er extrem viel Verantwortung für die Mannschaft übernimmt. Sky-Experte Hns Krankl sah in dem Austrianer mit der Rückennummer 36 einen Kandidaten für das Nationalteam: „Verdient hätte er es sich allemal“. Hagmayrs gute Kontakte zu Rangnick sind bekannt. Nach seinen zwei Toren war es natürlich kein Thema, dass von Fitz in der letzten halben Stunde nicht mehr viel zu sehen war. Fakt ist, dass er bisher noch nie zum Teamkader gehörte, auch nur einmal in Österreichs U 21 spielt, beim 3:0 gegen die Türkei 2019 in der EM-Qualifikation in Ritzing, dabei im Finish Christoph Baumgartner ablöste. Der aktuell im Nationalteam auf der Fitz-Position zurecht gesetzt ist.

Die Chancen der Austria, einen Titel zu holen, scheinen größer zu sein als die von Fitz in der bevorstehenden WM-Qualifikation eine feste Größe zu werden. Austrias Kapitän Manfred Fischer beantwortete die Frage, ob er die Austria reif für einen Titel sieht, mit einem klaren Ja. Das könnte stimmen, wenn es weiterhin gelingt, Spiele zu gewinnen, in denen man sieben Torschüsse weniger hat als die Verlierer. So wie es Sonntag im Derby passierte.

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