Sonntag verlor Ex-Salzburg-Trainer Gerhard Struber zwar mit dem 1. FC Köln daheim durch ein 1:1 im Rheinderby gegen Fortuna Düsseldorf die Tabellenführung in de zweiten deutschen Liga, dennoch wurde zwei Tage später gefeiert. Das ist bei dem Traditionsklub so üblich und Pflicht, da kann sportlich passieren, was will. Und bestätigt das, was Struber über seinen Arbeitsplatz sagt: „Köln ist ein anderer Planet, auf dem man sich erst einmal zurechtfinden muss!“ Das hat mehr als zehn Jahre vor ihm auch Peter Stöger festgestellt. Bei der traditionellen Kölner Karnevalssitzung präsentierte sich Glatzkopf Struber als Hippie (Bild), einmal ganz anders als normal im „Kojak-Look“. Thomas Hickersberger, sein Assistent aus Wien mit langer Rapid-Vergangenheit, verkleidete sich als „Jecke“, als Karnevalsprinz. Worüber sein Vater, der wegen seiner Spielervergangenheit sehr mit Fortuna Düsseldorf sympathisiert, gar nicht „begeistert“ sein wird. Eine Verpflichtung wartet auf Stuber, Hickersberger sowie die Kölner Spieler, also auch Florian Kainz und Dejan Ljubicic, noch: der Karnevalsumzug am Rosenmontag. Struber überlegt noch, welches Kostüm er tragen wird. Zur Auswahl stehen Cowboy, Batman oder Zorro.
Aus Österreich kannte Struber den Fasching, jetzt hatte er nach acht Monaten Köln Spaß am Karneval: „Hier ist noch mehr los.“ Zwischen Karnevalssitzung und Rosenmontag kommt Samstag das nicht gerade unwichtige Auswärtsspiel in Karlsruhe. Struber, bis 2026 unter Vertrag, weiß, dass er am besten schnellstmöglich aufsteigen muss. Als derzeit Zweiter wär die Mission erfüllt, aber der Sechste Paderborn liegt nur drei Punkte zurück. Struber baute im Herbst die Mannschaft nach dem Absturz auf Platz zwölf komplett um, stellte als Pragmatiker das Ergebnis über die kreative Spielidee, die er „attraktiven Hurra-Fußball“ nannte. Seither spielte Köln weniger kreativ und attraktiv, aber stabil, mitunter auch dominant. Jetzt kämpft er mitten im Karneval darum, wieder die Dynamik in die Mannschaft zu bringen, die sie im Herbst hatte.
Ernste Dinge mitten im Karneval. Dazu zählten auch erste Gespräche mit Ex-Rapid-Kapitän Ljubicic über die Verlängerung des am Saisonende auslaufenden Vertrags. Sportvorstand Christian Keller war danach guter Dinge. Der Ljubicic-Berater ist derzeit der fußballbegeisterte Wiener Anwalt Christian Marth, dem man nachsagt, sehr gut verhandeln zu können.
Foto: Ulrich Bauer.