Gegen Hearts of Midlothian stieg Sturm Graz ohne Gegentor auf, gegen Fenerbahce Istanbul schieden die „Blackies“ ohne erzielten Treffer aus. Auf das 0:2 von Istanbul folgte im ausverkauften Grazer Stadion ein 0:1 (0:0). Nach 65 Minuten starb die letzte Hoffnung auf eine erfolgreiche Aufholjagd, als Innenverteidiger Petar Petrovic bei seinem Debüt unglücklich einen Elfmeter gegen Talisca verschuldete. Der Brasilianer verwandelte den Elfmeter selbst. Damit war alles erledigt. Fenerbahce machte genau so viel, um nicht in Gefahr zu kommen, souverän das Play-off in der Qualifikation für die Champions League zu erreichen. Man kann der jungen Sturm-Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von 21,5 Jahren keinen Vorwurf machen. In Wahrheit ist die Mannschaft in der Ligaphase der Europa League besser aufgehoben als in der Königsklasse. Auch wenn Otar Kiteishvili wieder fit sein wird.
Sturm hoffte auf die Führung, doch der war Fenerbahce immer näher. Die verhinderte vor der Pause zweimal Sturms Torhüter Danili Khudyakov. Zu mehr als Halbchancen nach gefährlichen Aktionen, für die meist der auffällige Jacob Hödl sorgte, kam Sturm nicht. Trainer Fabio Ingolitsch ging wegen der Darbietung seiner Truppe das Herz auf, er fand die Leistung unglaublich gut: „Ich bin mächtig stolz auf alle, leider hat uns der Elfmeter den Stecker gezogen!“ Sechs Minuten zuvor versuchte Ingolitsch mit einem Dreiertausch, mit Jürgen Heil und dem Stürmerduo Nelson Weiper- Belmin Beganovic für mehr Schwung zu sorgen. Nicht nur Sturm ist gescheitert. Das passierte auch österreichischen Legionären: Marko Arnautovic und Muhamed Cham mit Roter Stern Belgrad durch eine 0:2 (0:0)-Niederlage gegen Hapoel Beer Sheva aus Israel. Arnautovic wurde bei 0:0 zur zweiten Hälfte eingetauscht, Cham bei 0:1 in der 73. Minute. Raul Florucz kam beim 2:3 von Union St. Gilloise bei Bodoe Glimt in Norwegen erst nach dem Siegestor von Bodoe Glimt in der Verlängerung zum Einsatz, bekam noch die rote Karte. Weiter gekommen ist der künftige neue Klub von Nikolas Polster: NEC Nijmegen schaltete Olympiakos Piräus mit 2:1 nach Verlängerung aus.
Mittwoch hat Rapid in Hütteldorf die Pflichtübung gegen Paide zu bewältigen, um ins Play-off für die Conference League zu kommen. Im ersten Europacup-Heimspiel gegen eine Mannschaft aus Estland kann nach dem 4:1 in Tallinn nichts mehr passieren: „Wir spielen, um besser zu werden“, meinte Trainer Hoff Thorup. Gewinnt Rapid, wäre es der achte Pflichtspielsieg hintereinander. Eine längere Serie gab es zuletzt 1994/95 unter Ernst Dokupil.
Foto: Yigit Oerme.