Seit Romano Schmid vor sechs Jahren von Wolfsberg zu Werder Bremen kam, war ein Wechsel in die englische Premier League das Ziel des 26-jährigen Kreativspielers. Das ließ sich nicht realisieren, obwohl er mehrmals den Berater wechselte. Daher kehrte er zu seinem ehemaligen, der ihn nach Bremen vermittelte, zurück. Bei Thomas Böhm landeten aber auch keine konkreten Offerten aus England auf dem Tisch. Auch nicht nach den vier WM-Einsätzen von Schmid (Bild) mit dem attraktiven Führungstor beim 3:1 gegen Jordanien. Böhm fand gleich für zwei österreichische Teamspieler einen Abnehmer in Italien, was für ihn spricht, eine Rarität bedeutet: Frosinone, Aufsteiger in Italiens Serie A, verpflichtet nicht nur Schmid, sondern auch Florian Grillitsch. Der kostete keine Ablöse, weil er den Vertrag mit Sporting Braga in Portugal gelöst hatte, Schmid hingegen schon. Bremen verkaufte ihn um acht Millionen plus zwei Millionen an möglichen Bonizahlungen. Der Marktwert des Steirers steht auf 15 Millionen. Aber Werder Bremen wollte nicht riskieren, Schmid in einem Jahr nach Vertragsende ablösefrei ziehen lassen zu müssen.
Frosinone ist eine Stadt mit nur 45.000 Einwohnern, 90 Kilometer südöstlich von Rom. In der italienischen Hauptstadt bestanden Schmid und Grillitsch den Fitnesscheck. 18 Tore und 35 Assists in 192 Spielen für Bremen, vier Treffer für Österreich in 38 Länderspielen stehen auf Schmids Visitenkarte. Der Wechsel zahlt sich für ihn auf jeden Fall aus: Topverdiener bei Bremen ist Schmids Landsmann, Kapitän Marco Friedl, mit 2,2 Millionen. Schmid verdient bei Frosinone 3,5 Millionen pro Saison. Vielleicht ist sein neuer Klub auch die Hintertür nach England: Denn Frosinone wurde im Sommer von einem US-Fonds übernommen, der auch die Mehrheit am Premier League-Aufsteiger Ipswich besitzt. Mit starken Leistungen in der Serie A könnte sich Schmid empfehlen.
Frosinione bekam trotz Aufstieg mit Alberto Aguilar einen neuen Trainer. Ein bekannter Name ist Nemanja Matic, der früher bei Chelsea, Benfica Lissabon, Manchester United und AS Roma spielte. Aber er ist schon 39. Der Kanadier Ismael Kone überzeugte bei der WM, erlitt aber beim 6:0 gegen Katar einen Schienbeinbruch. Von Frosinone lieh Rapid im letzten Sommer den französischen Stürmer Janis Antiste aus. Nach 40 Spielen mit fünf Toren und zwei Assists war die grün-weiße Zeit nach einem halben Jahr vorbei. Bei weiteren Einsätzen wäre eine Kaufpflicht fällig geworden, das war aber Rapid zu teuer.
Schmid und Grillitsch kommen in die Serie A, für Stefan Posch ist das Italien-Kapitel vorbei: Mainz holte ihn von Como um vier Millionen. Schon im Frühjahr hatte Posch auf Leihbasis bei Mainz gespielt.
.
Foto: ÖFB/Christopher Kelemen.