Ifeany Ndukwe zählte wie Johannes Moser zu den herausragenden Spielern, als Österreich im letzten Herbst in Katar Vizeweltmeister der U 17 wurde. Zurück in der Heimat wollte die Austria den talentierten Innenverteidiger rasch zum dringend benötigten Geld machen. Das gelang. Als Ndukwe vom Interesse des FC Liverpool hörte, war er auch Feuer und Flamme. Die Austria bekam vorerst drei Millionen Euro, mit denen einige Finanzprobleme beseitigt werden konnten. Alle Stimmen, die durchaus realistisch meinten, dass es vielleicht besser wäre, wenn Ndukwe noch eine Saison bei der Austria bleibt, an der Seite von Aleksandar Dragovic sich weiter steigert und seinen Marktwert erhöht, wurden nicht gehört. Spätestens im Mai, als hoch offiziell wurde, dass Red Bull Salzburg seinen talentierten Innenverteidiger Jannick Schuster auch in die Premier League verkaufte, aber von Brentford 16 Millionen mehr Ablöse bekam als die Austria für Ndukwe, steigerten sich die Zweifel, ob Ndukwes Transfer richtig war.
Sonntag feierte Ndukwe sein Debüt im Liverpool-Dress (Bild). Das möglich war, weil das Vorbereitungsspiel gegen Sunderland im US-Bundesstaat Tennessee, in Nashville, und nicht in England stattfand. Denn dort hätte der 18-jährige, der beim 4:2-Sieg sein großes Talent unter Beweis stellte, nicht spielen dürfen. Das liegt an dem seit 15. Juni gültigen Regulativ. Ndukwe hat zu wenig Punkte, um auf normalem Weg eine Arbeitsgenehmigung zu bekommen. Liverpool hatte letzte Saison zwei Ausnahme-Spots, jetzt nur einen. Schon verwunderlich, dass seine Berater von der Agentur More than Sports dies nicht vorher abklärten. Schuster kam auf die nötigen Punkte, weil er schon 30 Spiele in der Bundesliga, in der Ndukwe nur eine Minute zum Einsatz kam, hatte, bei den Bullen zudem auch internationale Einsätze, ebenso in Österreichs U 21. Bei Ndukwe zählen nur die Punkte von der U-17-WM.
Ndukwe bleibt mit Liverpool bis Anfang August auf Tour, dann wird das Kapitel vorerst beendet, er für eine Saison an einen anderen Klub verliehen. Berater Georg Ledereer nannte im ORF die Rückkehr nach Österreich als eine Möglichkeit, es habe auch schon Gespräche mit der Austria gegeben. Auch das scheint wenig durchdacht. Weil die Bundesliga nur in England als eine der vierten Kategorie geführt wird, ex aequo mit der Schweiz, Tschechien, Kroatien, der zweiten Liga in Deutschland und Spanien. Daher würde Ndukwe auch eine Saison in Österreich nicht die Punkte für eine automatische Arbeitsgenehmigung bringen. Daher müsste er in eine Liga, die höher gerankt ist. Etwa in die belgische und schottische. Auch dort müsste er ständig spielen.
Auch bei Johannes Moser, dem Schützenkönig der U 17-WM, sieht es nicht gut aus. Denn entgegen allen Ankündigungen wird er bei Salzburg nicht wirklich forciert, kam in den Vorbereitungsspielen nicht zum Zuge. Am besten läuft es von den Vizeweltmeistern bei Luca Weinhandl und Vasilje Markovic. Weinhandl verteidigt Dienstagabend in Edinburgh mit Sturm Graz in der Champions-League-Qualifikation gegen Hearts den 4:0-Vorsprung vom Hinspiel, Markovic wird mit Austria am Donnerstag gegen Liepaja in die dritte Runde der Conference-League-Qualifikation kommen. Abwehrchef Aleksandar Dragovic wird wegen einer leichten Gehirnerschütterung vermutlich für den Bundesligastart in Wolfsberg geschont.
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