Fußball

Wann setzt Rapid das Juwel Wurmbrand wieder auf seiner besten Position sein?

Ein schneller und dribbelstarker Stürmer hätte Österreich bei der Weltmeisterschaft sicher gutgetan. Das streitet keiner ab. Bei Rapid gäbe es so einen Stürmertyp. Die Rede ist von Nikolaus Wurmbrand. Das Paradoxe daran: Im WM-Jahr spielte er bei Grün-Weiß nicht mehr im Sturm. Die internationalen Tests Rapids gegen Panathinaikos und den Hamburger SV lassen darauf schließen, dass sich daran nichts ändern wird. Damit hat die Frage, wann der 20- jährige bei Rapid endlich wieder das spielen darf, was er am besten kann,  durchaus ihre Berechtigung.

Wurmbrand kann man durchaus als „Vorzeige-Spieler“ aus der grün-weißen Akademie bezeichnen. Der bisher letzte, der schon in der Nationalmannschaft gespielt hat. Daher müßte man annehmen, dass Rapid viel daran liegen müßte, sein „Juwel“ entsprechend zu forcieren. Einerseits, weil dies gut für das Image wäre, anderseits, weil dadurch der Kurswert des Talents weiter gesteigert werden könnte. Doch nichts in dieser Richtung passiert. Man erinnere sich nur an die Schlagzeilen, die das erste Bundesligaspiel von Wurmbrand in Rapids Startelf brachten: Im September 2024 erzielte der damals 18-jährige Wurmbrand spektakulär das Führungstor. 13 Monate später debütierte er in Österreichs Team. Zwar „nur“ 18 Minuten beim 10:0-Rekordsieg gegen San Marino in der WM-Qualifikation, aber immerhin mit je einem Tor und Assist. Damals prophezeite Ralf Rangnick: „Wenn er so unbekümmert bleibt, kann es klappen!“ Damit meinte Rangnick damals den WM-Kader. Doch als sich der Ende Mai zur Vorbereitung traf, war Wurmbrand mit dem U-21-Team im Trainingslager für die EM-Qualifikation im Herbst.

Wurmbrands Karriere wurde leider eingebremst. Das lag zweifelsohne auch daran, dass er nicht mehr Stürmer spielte. Sondern auch daran, dass er auf der Außenbahn als „Wingback“ auch Defensivaufgaben zu erfüllen hatte. Die er zwar diszipliniert erfüllt, aber unter denen sein Zug nach vorne leidet. Da Rapids Trainer Hoff Thorup das System (4-2-3-1) nicht ändern wird, in dem entweder Ercan Kara oder der neue Däne Tonni Adamsen die einzige Spitze sind, wird Wurmbrand wieder nicht auf der Position spielen, auf der seine Fähigkeiten am besten zur Geltung kommen. Das ist schlecht. Pausen brauchte er keine mehr. Die Verletzungsanfälligkeit, die ihn schon im Nachwuchs begleitete, als er auch einen Kreuzbandriss verkraften musste, gibt es nicht mehr. Zuletzt plagten ihn im Frühjahr 2025 muskuläre Probleme. Belastungssteuerung darf daher kein Thema sein, Wurmbrand gehört forciert. Nach dem Teamdebüt kletterte sein Marktwert auf fünf Millionen, der Vertrag bei Rapid läuft noch zwei Jahre.

 

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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