Wie das erste WM-Finale in den USA 1994 in der Rose Bowl von Pasadena zwischen Brasilien und Italien ging auch das zweite 32 Jahre später im MetLife Stadium in East Rutherford bei New York zwischen Titelverteidiger Argentinien und Europameister Spanien vor 80.663 Zuschauern in die Verlängerung, aber nicht so wie damals ins Elfmeterschießen. Das Tor, das Spanien zum zweiten Mal nach 2010 zum Weltmeister machte, fiel zu Beginn der zweiten Hälfte der Verlängerung durch Joker Ferran Torres vom FC Barcelona. US-Präsident Donald Trump sah dies neben FIFA-Chef Gianni Infantino hinter einer schusssicheren Glasscheibe auf der Tribüne. Auch 16 Jahre vorher beim ersten gewann Spanien 1:0 nach Verlängerung. Der Torschütze zum 1:0 gegen Holland in Johannesburg, Andres Iniesta, zeigte am Sonntag als Ehrengast genauso wie Mario Kempes, Argentiniens Held beim WM-Triumph 1978, vor Anpfiff den WM-Pokal.
Ein Unterschied war diesmal die Halbzeitshow, wodurch die Pause 27:20 Minuten dauerte, davon elf Minuten und 50 Sekunden die reine Show. Mit dabei: Madonna, die mit den brasilianischen Ikonen Ronaldo und Ronaldinho in einem Auto saß, Justin Biber, Shakira, Coldplay und Tom Cruise. Wer danach behauptete, dass Madonna attraktiver war als bis dahin Lionel Messi, lag nicht so falsch. Denn Argentiniens Superstar spielte lange Zeit praktisch nicht mit, in der regulären Spielzeit war Tormann Emiliano Martinez der Argentinier mit den meisten Ballkontakten. Bis zur 114. Minute gab es keinen Torschuss Argentiniens, er kam von Messi. Für den es ein Tag zum Vergessen war: Er ist nicht WM-Rekordtorschütze. Das ist seit Samstag Kylian Mbappe durch seine zwei Tore beim 4:6 gegen England im Spiel um Platz drei. Mbappe hat 22 WM-Treffer auf seinem Konto, Messi einen weniger.
Spanien hat bei dieser WM sicher bessere Leistungen geboten, dennoch war der Sieg hochverdient. Die späte Belohnung für das Anrennen in der 107. Minute: Rechtsverteidiger Pedro Porro flankte zum langen Eck, Nico Williams legte per Kopf auf Ferran Torres zurück, der wuchtig unter die Latte traf. Eine Co-Produktion von Jokern: Torres ersetzte nach 62 Minuten Mikel Oyarzabal, Williams nach 75 Minuten Alex Baena. Der Jubel bei Ferran Torres (Bild) war groß. Zum Zeitpunkt des Goldors spielte Argentinien nur noch mit zehn Mann: Enzo Fenandez sah nach 82 Minuten zunächst Gelb wegen Meckerns, elf Minuten später wegen einer Attacke gegen Pau Cubarsi. Richtige Entscheidungen von Referee Slavko Vincic. Dezimiert brachte Argentinien Spanien in den letzten drei Minuten der Verlängerung noch unerwartet in Bedrängnis, ehe auch König Felipe jubelte. Beeindruckend die Erfolgsserie des spanischen Teamchefs Luis de la Fuente in den letzten drei Jahren: Zunächst die Nations League gewannen, dann das Double aus Europa- und Weltmeister. So wie 2008 und 2010 Vicente del Bosque.
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