Stunde der Wahrheit für Sturm Dienstagabend auf neuem Rasen in Graz und eine Woche später in Aberdeen gegen den schottischen Vizemeister Hearts of Midlothian: Ist die Entwicklung der Mannschaft trotz des im Frühjahr verspielten Meistertitels wirklich so gut, wie Trainer Fabio Ingolitsch behauptet? Ein Aufstieg gegen Hearts würde das beweisen, das Ausscheiden einiges in Frage stellen. Aus der Startelf macht Ingolitsch ein kleines Geheimnis: Wer beginnt im Angriff, welche der Neuzugänge ist erste Wahl? Heiße Tipps sind Jürgen Heil und Simon Seidl, der Bruder des Rapid-Kapitäns. Ein Aufstieg gegen Hearts würde sich für Sturm auf jeden Fall finanziell auszahlen: Denn dann wären die Blackies schon in der Gruppenphase der Europa League. An der Unterstützung wird es nicht fehlen: Montag gab es nur noch Restkarten.
Steigt Sturm auf, wäre in der dritten Runde der Sieger aus Fenerbahce Istanbul gegen Gornik Zabrze der Gegner. Scheitern die „Blackies“ an der schottischen Hürde, dann geht es in der Qualifikation für die Europa League gegen Benfica Lissabon oder den FC St. Gallen weiter. Es stehen gegen Hearts also Millionen auf dem Spiel. Das wissen Kapitän Ion Gorenc Stankovic (Bild) und Co. Beim ältesten schottischen Fußballklub spielten bisher fünf Österreicher. Als Erster der Ex-Austrianer Thomas Flögel von 1997 bis 2002, am längsten Peteer Haring (2018-2024), letzte Saison der Burgenländer Michael Steinwender im Abwehrzentrum, bevor er nach Deutschland zu Zweitligist Bochum wechselte. Der Hearts-Kader hat einen Marktwert von 26,4 Millionen Euro, am höchsten steht der griechische Linksaußen Alexandros Kyiridis (3,2) im Kurs . Einen siebenstelligen haben auch der brasilianische Mittelfeldlenker Ageu (1,3) und der von Tottenhams U 21 geholte schottische Teamstürmer James Wilson (1,2). Neuer Trainer ist der Belgier Wouter Vrancke.
Red Bull Salzburg kennt seinen Gegner in der dritten Runde der Qualifikation zur Europa League: Entweder Hajduk Split, der Vierte der kroatischen Meisterschaft, oder der zypriotische Klub Pafos, der letzte Saison in der Ligaphase der Champions League spielte, mit zwei Siegen und drei Unentschieden fast ins Achtelfinale aufgestiegen wäre. Auch Austria und Rapid, die Donnerstag in der Qualifikation zur Conference League in Lettland (Liepaja) und Andorra (Santa Colomna) beginnen, würden in der dritten Runde machbare Aufgaben erwarten: Austria entweder Beitar Jerusalem oder AEK Larnaca (Zypern), Rapid entweder Linameesklond (Estland) oder FK Zira (Aserbaidschan). Zwei Vereine, die man bisher nicht „kannte“.
Foto: Yigit Oerme.