Früher als bei Europacupspielen üblich, muss Rapid am Mittwoch die Pflichtübung gegen Paide aus Estland zum Aufstieg ins Play-off in Hütteldorf über die Bühne bringen. Bereits ab 18 Uhr, denn der Abend ist von der UEFA sozusagen gesperrt. Für das Duell um den Supercup zwischen dem Sieger der Champions League, Paris St. Germain, und dem der Europa League aus England, Aston Villa. Das muss konkurrenzlos sein. Erstmals gibt es dieses Highlight in Österreich, Salzburg erlebt das erste Finale. Dazu wird das Stadion ganz anders aussehen als gewohnt: Alle Red-Bull-Logos wurden abgedeckt. Zum ersten Mal in der Geschichte ist ein Supercupspiel restlos ausverkauft, knapp 30.000 Zuschauer sind im Stadion. Paris St. Germain und Aston Villa beanspruchten ihr Kartenkontingent (je 7000), in der Stadt gibt es vor der Alten Residenz ein Fanfest, dazu Public Viewing. Nachvollziehbar, dass ein Großaufgebot an Polizei für die Sicherheit rund um das Spiel sorgen wird. Man wäre auch auf den Besuch des prominentesten Aston-Villa-Fans, Kronprinz William, vorbereitet. Sowohl ServusTV als auch Sky Austria bringen eine Live-Übertragung.
Seit Spaniens 1:0 gegen Deutschland beim Wiener Endspiel der Europameisterschaft 2008 gab es kein Finale mehr in Österreich. Auf Klubebene sogar seit 31 Jahren, seit dem 1:0 von Ajax Amsterdam gegen Milan im Happel-Stadion. Auch legendär wegen des „Karate-Sprungs“ des damaligen Ajax-Trainers Louis van Gaal. Paris St. Germain verteidigt in Salzburg seinen Titel, erkämpft letztes Jahr in Udine gegen Tottenham im Elfmeterschießen. Bis zur 94. Minute führte Tottenham 2:1, dann glich Goncalo Ramos aus. Der ist nicht ebenso wie der zweite Torschütze gegen Tottenham, Kang-In Lee, nicht mehr bei Paris. Am Transfermarkt hielt sich Frankreichs Abonnementmeister bisher zurück, sieht man von Monaco-Stürmer Maghes Akliouche, einem früheren Schützling von Adi Hütter, ab. Der kostete 50 Millionen Ablöse. Vom Finalgegner Aston Villa kam Linksverteidiger Lucas Digne um „bescheidene“ sieben Millionen. Ousmana Dembélé, Bradley Barcola und Desire Doue sind die Offensiv-Asse im Team von Luis Enrique, Vitinha und Joao Neves regieren im Mittelfeld.
Aston Villa verkaufte seinen Offensiv-Star Morgan Rogers um 138 Millionen an Chelsea, den belgischen Teamspieler Youri Tielemans um 41 an Manchester United. Geholt wurde der Schweizer Jungstar Johan Manzambi um 60 Millionen von Freiburg. Im Tor spielt weiterhin Argentiniens WM-Keeper Emiliano Martinez. Schiedsrichter ist der 34-jährige Omar Artan aus Somalia, der nicht zur WM in die USA einreisen durfte. Als dies feststand, nominierte ihn die UEFA sofort für das Finale in Salzburg. Ein Österreicher gewann dreimal den Supercup: David Alaba mit Bayern München. Erstmals 2013 in Prag unter Pep Guardiola gegen Chelsea im Elfmeterschießen, in dem er den ersten verwandelte, dann 202o in Budapest unter Hansi Flick gegen Paris St. Germain und zwei Jahre später mit Real Madrid in Helsinki durch das 2:0 gegen Eintracht Frankfurt. Alaba erzielte das Führungstor. Frankfurts Trainer war damals Oliver Glasner.
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