Fußball

Keine Hilfe für Rapid: Gulliksen gehört auf die Bank

Austrias Sportvorstand Tomas Zorn war nach geschaffter Qualifikation für die Meisterrunde sicht- und hörbar noch in Hochstimmung, als er Sonntagabend in „Talk & Tore“ von Sky meinte: „Man kann da definitiv noch ein Wörtchen mitreden“. Im Kampf um den Meistertitel. Zudem kündigte er an, dass definitiv die Option auf die Vertragsverlängerung mit Mittelfeldspieler Abubakr Barry gezogen wird, und stellte fest, dass nichts gegen eine Vertragsverlängerung von Trainer Stephan Helm spricht.  Gedanken über den Titelkampf sind bei Rapid derzeit unangebracht. Da geht es um Platz sechs. Daher war die Stimmung auf der langen Busfahrt von Vorarlberg zurück nach Wien sicher gedrückt. Obwohl Trainer Mads Thorup nach den verlorenen zwei Punktenbeim 1:1 in Altach versicherte, man glaube an sich selbst. Das klang schon etwas nach Durchhalteparolen. Die Behauptung von Sportchef Markus Katzer, ohne VAR-Fehler wäre Rapid schon sicher in der Meisterrunde, wirkte wie Ablenken von den wahren Problemen. Dass es in Altach nach der Ringereinlage von Atachs Tormann Dejan Stojanovic gegen Nikolaus Wurmbrand keinen Elfmeter gab, lag nicht an VAR Alan Kijas. Er schickte Referee Christian-Petru Ciochirca vor den TV-Schirm, doch der blieb bei seiner Entscheidung, dass Wurmbrand zuerst Stojanovic foulte.

Ein wahres Problem für Rapid schuf Katzer mit seinem Rekordkauf im September. Der damalige Trainer Peter Stöger wollte einen Stürmer und bekam Mittelfeldspieler Tobias Gulliksen, der im April letzten Jahres bei der 1:4-Heimniederlage gegen Djurgardens im Viertelfinale der Conference League die entscheidenden zwei Tore zum Aufstieg der Schweden erzielte. Im Nachspiel gegen dezimierte Rapidler, denen die Kräfte ausgingen.  Mag sein, dass der Norweger laut UEFA-Statistiken einer der besten U 21-Spieler der Conference League war. Rapid bezahlte 3,8 Millionen Euro, Katzer glaubte, einen Unterschiedsspieler engagiert zu haben. Nach sechs Monaten ist die Bilanz ernüchternd: In 24 Spielen nur je zwei Tore und Assists. Die Tore erzielte er in der zweiten Cuorudne beim Regionalligaklub Oberwart, die Assists gelangen in der Bundesliga beim 4:1 gegen WSG Tirol und beim 1:1 gegen Hartberg, beide Male in der Allianz-Arena. Über die volle Distanz spielte er nur dreimal. In sechs Monaten sank sein Marktwert von fünf Millionen auf 3,5.

Bei Trainer Hoff Thorup spielte Gulliksen immer von Beginn an, wurde viermal ausgetauscht. Die Tore zum Sieg gegen Wolfsberg fielen erst, als Gulliksen nicht mehr dabei war. Ob auch ein junger Österreicher so viele Chancen bekäme wie der Millionenkauf? Sicher nicht. Viele glauben an skandinavische Loyalität zwischen dem Dänen Thorup und Norweger Gullksen, der als sympathischer Kerl ohne Starallüren beschrieben wird. Das ist sicher der falsche Ansatz. Wahrscheinlich zeigt Gulliksen im Training gute Ansätze, die Hoffnung machen, aber nie erfüllt werden. Daher muss einmal Schluss sein. Derzeit gehört Gulliksen auf die Bank. Auch Sonntag gegen Tabellenführer Red Bull Salzburg. Alles andere wäre „verdächtig“.

Foto: Yigit Oerme.

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