Fußball

Kelvin Boateng kam zu spät, aber noch rechtzeitig für Austrias Sieg

Sommerfußball am bisher heißesten Tag des Jahres Anfang Mai zwischen Austria und Hartberg. Ein Zufallstreffer sorgte in einer eigentlich typischen 0:0-Partie für den ersten violetten Heimsieg in der Meistergruppe. Das Goldtor von Joker Kelvin Owusu Boateng nach 69 Minuten machte das 1:0 (0:0) möglich, mit dem die Austria vor 13.800 Zuschauern im Rennen um Platz vier blieb. Da war Boateng gerade zwölf Minuten am Rasen. Eigentlich hätte der Ghanaer schon nach 35 Minuten eingewechselt werden müssen, als mit Sanel Saljic ein Offensivspieler mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ausschied. Doch da entschied sich Trainer Stephan Helm noch für U 17-Vizeweltmeister Vasilje Markovic. Eigentlich ein defensiver Mittelfeldspieler, für den die Rolle als hängende Spitze nicht die ist, in der seine Fähigkeiten am besten zur Geltung kommen. Auch zur Pause hätte sich Boateg als zweite Spitze aufgedrängt, fa bis dahin die Austria nur bei einem Kopfball von Innenverteidiger Tin Plavotic nach einem Eckball erfolgreich war. Außer bei Standards brachte die Austria viel zu selten mehr als zwei Spieler in Hartbergs Strafraum, Johanns Eggestein war vorne zu oft alleine auf weiter Flur gegen zwei oder drei Hartberger Abwehrspieler.

Hartberg kam zur zweiten Hälfte mit einem Stürmer mehr, aber Elias Havel machte Hartberg nicht wirklch gefährlicher.  Nach 57 Minuten sah Helm ein, dass Austria in dieser Konstellation kein Sieg gelingen wird. Also brachte er Boateng statt des zentralen Mittelfeldspielers Philipp Maybach, dessen Rolle Markovic übernahm. Es war keine herausgespielte Topchance, mit der Boateng das Spiel entschied. Sondern ein Blackout im Hartberger Abwehrzentrum von Lukas Spendlhofer und Konstantin Schopp bei einem der vielen weiten, hohen Bälle der Austria aus der eigenen Hälfte in Richtung Hartbergs Strafraum, diesmal von Philipp Wiesinger. „Normal“ hätte Boateng nicht zum Ball kommen können, ein Blackout in Hartbergers Abwehrzentrum von Lukas Spendlhofer und Konstantin Schopp machte es möglich. Dann gelang es Boateg noch, den Ball über den größten Spieler der Liga, den 2,05 Meter großen Tormann Tom Hülsmann, ins Tor zu heben. Das war die Entscheidung, da Austrias Defensive diesmal stabil blieb und nichts zuließ. Durch eine Steigerung in der zweiten Hälfte war der Sieg am Ende auch verdient.

Es war das vierte Tor des 26-jährigen Stürmers aus Ghana, den Ex-Sportvorstand Jürgen Werner letzten Sommer ablösefrei von der Vienna geholt hatte,  im 20. Einsatz für die Austria. Zuletzt traf er auch im Derby gegen Austria und bei der Heimniederlage gegen Salzburg. „Kelvin hat das außerordentlich gut gemacht“, lobt Helm den Jungvater, „aber wir müssen durchschlagskräftiger werden!“ Vielleicht gelingt ds, wenn Eggestein und Boateng beginnen.

 

 

 

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