Fußball

Kommt Austrias Sportchef nach Tirol? Dort blüht einer auf, der bei Rapid wenig gefragt war

Sturm Graz oder Austria. Welche Mannschaft verkraftet die Pleite in der Europa League und Conference League am Sonntag besser? Ist der Frust bei Sturm Graz nach dem  0:2 bei Midtjylland und dem Ausscheiden als „bester Letzter“ oder bei der Wiener Austria über das 0:4-Debakel bei Beer Sheva größer? Dass die Violetten nicht in die k.o.-Phase kommen werden, stand schon vor der vierten Niederlage fest. Aber einiges spricht dafür, dass es für die Austria schwieriger wird, alles wegzustecken. Auch wegen der Personalsituation, die durch die Sperre von Lucas Galvao noch angespannter wurde. Daher macht Trainer Manfred Schmid ein Geheimnis daraus, ob Kapitän Lukas Mühl und Andreas Gruber für ein Comeback infrage kommen, der in Israel mit Adduktorenbeschwerden einsatzfähig sein wird. Zudem hat Austria mit dem WSG Tirol am Innsbrucker Tivoli die „unangenehmere Aufgabe“ als Sturm Graz mit Altach, obwohl sich die Vorarlberger im Vergleich zum Saisonbeginn gesteigert haben. Der „Befehl“ von Trainer Christian Ilzer heißt: Mit Emotionen die Enttäuschung wegspielen, weglaufen und wegfighten!

WSG Tirol ist als Vierter hinter Red Bull Salzburg, Sturm und LASK die größte Überraschung der Saison, hat nach 14 Runden sieben Punkte mehr als in der letzten Saison. Beachtlich, was Sportchef Stefan Köck und Trainer Thomas Silberberger auf die Beine stellten. Rätselhaft, warum das die Tiroler Fans mehr oder weniger ignorieren, lieber vergangenen Wacker Innsbruck-Zeiten nachtrauern. Jetzt trauen sich die Tiroler auch den vierten Sieg in Serie zu, obwohl gegen Austria in den letzten sieben Duellen keiner gelang, es drei Unentschieden und vier Niederlagen gab. Beim Höhenflug ist auch einer, der von Rapids Ersatzbank kam, ein wichtiger Faktor: Lukas Sulzbacher, egal ob als rechter oder linker Verteidiger oder im Mittelfeld. Er agiert auffällig. Sei es mit weiten Outeinwürfen, mit Sprints, Aggressivität oder mit Flanken. Silberberger entdeckte bei dem 24 jährigen Niederösterreicher offenbar Qualitäten, die bei ihm zwei Rapid-Trainer (Didi Kühbauer, Ferdinand Feldhofer) nicht sahen. Bei den Tirolern kam Sulzbacher in drei Monaten auf zwölf Bundesliga-Einsätze mit einem Tor und drei Assists, bei Rapid in zwei Jahren nur auf zwei. So auffällig wie er agierte diese Saison der im Sommer geholte Slowake Martin Koscelnik eigentlich noch nicht.  Das Beispiel sollte bei Grün-Weiß ein Grund zum Nachdenken sein.

„Wir müssen unsere komplette Energie auf den Rasen bringen“, wusste Austrias Trainer Manfred Schmid. Intern gab es bei einigen leichte Irritationen um Sportchef Manuel Ortlechner wegen seines Israel-Urlaubs rund um das Spiel in Beer Sheva. Deswegen fehlte er trotz der schwierigen Situation letzten Sonntag beim Heimsieg gegen Altach, was doch etwas ungewöhnlich war. Jetzt fragen sich viele, ob er nach Innsbruck kommen wird.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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