Fußball

Kühbauer erstes Derby als Trainer könnte das letzte für Letsch sein: Rapid künftig mit Salzburgs Know-How

Es kann keinen hektischeren Abschluss der Herbstsaison geben als Sonntag Abend das 328. Wiener Fussballderby zwischen Austria und Rapid. Das erste in der neuen Generali-Arena. Vor natürlich ausverkauftem Haus und der dichtesten Atmosphäre, dies es dort seit der Eröffnung im Juli gegeben hat, die Österreichs Topreferee Harald Lechner alles abverlangen wird.  Seit Donnerstag bewacht eine Hundestaffel rund um die Uhr das Stadion am Favoritner Verteilerkreis, mehr als 500 Sicherheitskräfte werden im Einsatz sein. Ob es wirklich ein familienfreundliches und sicheres Spiel wird, anders als das letzte Derby in Hütteldorf, wie es der Veranstalter Austria sehen will? Wer Skepsis an den Tag legt, ist Realist. Dazu haben beiderseits die Chefetagen der Klubs mit ihren Handlungen und Worten in den letzten Wochen beigetragen.

Die Ausgangslage macht das Derby noch brisanter. In besseren Zeiten des Wiener Fußballs ging es in diesem Schlager um die Tabellenführung, Sonntag nur um den Platz unter den ersten sechs, den derzeit die Austria hat. Dank vier Punkten mehr als Rapid.  Gibt es die zweite grün-weiße Derbyniederlage dieser Saison nach dem 0:1 in Hütteldorf, sind die Chancen auf die Meisterrunde vor den letzten vier Runden des Grunddurchgangs im Februar und März auf ein Minimum oder Wunder reduziert. Dann könnten die Recht bekommen,die bereits darauf wetteten, dass nicht beide Wiener Großklubs vertreten sein werden, wenn es im Frühjahr um den Meistertitel geht.  Die tipp 3-Quote darauf ist niedriger (siehe unten) als die auf die Neuauflage der Derbys im Frühjahr 2019. Es könnte Sonntag durchaus das letzte dieser Saison sein.

Für Didi Kühbauer ist es sein erstes als Trainer. Wird es das letzte für seinen Kollegen Thomas Letsch bei Violett? Rapid tankte mit dem Aufstieg gegen Glasgow Rangers Selbstvertrauen,  wird noch einmal alles mobilisieren. Um nach sieben Auswärtsderbys ohne Niederlage, von denen sechs gewonnen wurden, diese Erfolgsserie zu prolongieren. Ein Unentschieden nützt mehr der Austria, aber Letsch will unbedingt die drei Punkte, weil nur die wirklich helfen. Auch ihm. Denn es gibt genug violette Insider, die prophezeien: Wenn eine Woche nach dem Desaster in Mattersburg auch gegen Rapid etwas passiert,  hat Letsch keine Zukunft mehr, geht die Austria mit einem neuen Trainer in das Frühjahr. Auch wenn Sportchef Ralf Muhr bestreitet, einen Plan B zu haben: Für ihn mag das stimmen so eine ehrliche Haut wird er schon sein. Nur trifft diese Entscheidung bei Austria nicht er. Dafür werden andere zuständig sein.  Vor allem AG-Vorstand Markus Kraetschmer. Alternativen zu Letsch? Die naheliegendste wäre die Austria-Ikone Ernst Baumeister. Aber man kann jetzt schon darauf wetten, dass er manchen in der noblen violetten Chefetage nicht nobel genug sein wird.

Eine interessante Personalie gelang Rapids Sportchef Fredy Bickel: Er holt wieder einen aus dem erfolgreichen Trainerteam von Zoran „Zoki“ Barisic, die unter dessen Nachfolgern Damir Canadi und Goran Djuricin gehen mussten oder das Handtuch warfen, zurück. Der erste war bereits zu Jahresbeginn Thomas Hickersberger. Nach der Amtsübernahme von Kühbauer kam auch Fitnesstrainer  Alexander Steinbichler von der zweiten Mannschaft und dem Nachwuchs retour. Der Dritte im Bunde ist Videoanalyst Stefan Oesen, der mit 1.Jänner wieder für Grün-Weiß arbeitet. Möglich, dass dem auch Telefonate zwischen Kühbauer und seinem Freund Barisic vorangingen. Oesen war fast zwei Jahre  bei Red Bull Salzburg. Der  Sportwissenschaftler arbeitete für das Farmteam Liefering und den Nachwuchs, nicht unmittelbar bei Marco Rose. Trotzdem weiß Oesen genau, worauf bei der besten österreichischen Mannschaft Wert gelegt, wie dort gearbeitet wird.  Da könnt Bickel ein besserer Zug gelungen sein als bei manchem Spieler-Transfer: Rapid künftig auch mit meisterlichem Red Bull-Know-How.

 

Foto: © FOTObyHOFER/CHRISTIAN HOFER.

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