Fußball

Was Peter Stöger zum Herbstmeister Dortmund einfällt

Bayerns Trainer Niko Kovac freute sich Samstag nach dem 4:0 in Hannover über eine fantastische Leistung, prophezeite in die „Sky“-Kameras, „dass wir die Kurve kriegen“. David Alaba versicherte nach seinem ersten Saisontor, einem Kracher mit 106 Stundenkilometern unter die Latte, dass es richtig Bock mache, in dieser Mannschaft zu spielen. Für einen Landsmann des Österreichers war es ein schlimmer Samstag: .Kevin Wimmer fiel mit Hannover auf den letzten Platz zurück. Die Abstiegsangst geht noch mehr als zuvor um ebenso wie beim Vorarlberger Georg Margreitter mit dem Aufsteiger FC Nürnberg als Vorletzter. Neue Hoffnung schöpfte hingegen ,ein anderer Ösi, Mittelfeldspieler Kevin Stöger mit dem zweiten Aufsteiger Fortuna Düsseldorf durch das 2:0 gegen Freiburg. Ein kleiner Schritt, nicht mehr. Augsburg mit Martin Hinteregger und Michael Gregoritsch blieb mit dem 1:1 gegen Schalke (ohne Österreicher), bei dem Gregoritsch per Kopf mit seinem dritten Saisontor für die Führung sorgte, nur zwei Punkte vor den Abstiegsplätzen.

Bayern freute sich, aber Borussia Dortmund krönte sich mit dem 2:1 (2:1) gegen Werder Bremen bereits vor den letzten zwei Partien der Hinrunde in der Woche vor Weihnachten zum Herbstmeister, hat neun Punkte Vorsprung auf Bayern. Dreimal war Dortmund bisher Herbstmeister, dreimal danach auch Meister. Doch wieder Big Boss Hans Joachim Watzke noch Trainer Lucien Favre wollten davon etwas hören. Obwohl 15 Runden ohne Niederlage eigentlich dafür sprechen.  Der Schweizer Coach ließ Kritik an seiner Mannschaft wegen acht vergebener Chancen nicht gelten: „Bedenklich wäre es nur, wenn wir keine Chancen herausspielen.“ Die letzte Woche war ein Grund zum Feiern: Erster Sieg im Revierderby gegen Schalke in Gelsenkirchen seit fünf Jahren, Gruppensieg in der Champions League, dann Herbstmeister. Die nächste Hürde am Dienstag heißt Fortuna Düsseldorf.

Dortmunds dominante Rolle gefällt in Wien Favres Vorgänger Peter Stöger, der letzte Saison die Borussia auf Rang acht übernahm, aber noch in die Champions League führte. Wofür ihm Watzke ewig dankbar sein wird, was aber in der Öffentlichkeit kaum gewürdigt wurde. Am meisten hielt man Stöger das k.o. im Achtelfinale der Europa League gegen Red Bull Salzburg vor. Acht Monate später denken viele anders darüber. Fakt ist: Die Dortmunder Mannschaft, die Samstag gegen Bremen gewann, hat nicht mehr viel mit der von Stöger zu tun. In den Startelf standen mit Tormann Roman Bürki, dem Polen Lukasz Picszek, dem Schweizer Innenverteidiger Manuel Akanji,  dem portugiesischen Europameister Raphael Guerreiro, dem schnellen Engländer Jadon Sancho und Kapitän Marco Reus gerade sechs Spieler, die im Frühjahr ihm zur Verfügung gestanden waren. Wobei Reus als entscheidender Spieler, der den Unterschied ausmacht, gerade erst von einer langen Verletzungspause zurückkam, nicht seinen aktuellen Fitnesslevel haben konnte. Der 18jährige Sancho kam unter Stöger in die Mannschaft, war noch ein Profilehrling, der mitunter zu spät zum Training kam. Guerreiro zeigte sich als  launische Diva. Woran sich nicht viel änderte. In 15 Runden brachte ihn  Favre nur in sieben zum Einsatz.

„Ich habe bei den vielen internen Analysen offenbar das richtige gesehen und deponiert. Denn genau für diese Positionen hat Borussia neue Leute geholt. Wie man sieht die richtigen,“ glaubt Stöger im Blick zurück. In der Abwehr, vor allem im zentralen Mittelfeld mit dem dominanten Belgier Axel Witsel, im Angriff der spielende Mittelstürmer Paco Alcacer, der bei zehn Bundesligaeinsätzen für elf Tor sorgte. Samstag für das erste, wenn er von Beginn an spielte.  Neidisch ist Stöger nicht, denn er wusste im Dezember 2017 bei seinem Ja zu Dortmund eine Woche nach der Trennung vom 1.FC Köln, dass für die neue Saison alles auf Favre als Trainer hinaus läuft. Daher wartet er in aller Ruhe, ob im nächsten Jahr ein Angebot kommen wird, das ihn reizt. Nächsten Freitag ist er im ORF bei „Wir sind Kaiser“ zu sehen, Und wird auf die Frage von Robert Palfrader nach seinem Status gelassen und  lächelnd antworten: „Haknstad“. Der wienerische Ausdruck für arbeitslos.

Auch in der zweiten Liga, wo die Hinrunde schon beendet ist,  gibt es eine Mannschaft, die ungeschlagen ist. Die wird auch von einem Schweizer trainiert: Union Berlin von Urs Fischer, dem letzten Meistermacher des FC Basel, zu dessen Schützlingen auch Marc Janko gehört hatte. Jetzt hat er zwei Österreicher. Mit Christopher Trimmel ein Muster an Verlässlichkeit als Kapitän, mit Robert Zulj einen Joker, der Akzente setzen kann. Wie Samstag das Tor zum 2:0 gegen Bochum. Die „Eisernen“ schafften erstmals eine Hinrunde ohne Niederlage. Sind aber „nur“ Dritter hinter dem Hamburger SV und dem 1.FC Köln.

 

Foto: FussballBild .

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