Fußball

Heraf kann über Fantasy-Trainer reden, Kühbauer „muss“ schweigen

Ziemlich lautstark verabschiedete sich Didi Kühbauer laut Rapid-Insidern von seinen Spielern. Zum Zeitpunkt des verbalen Donnerwetters nach dem 1:4 in Wolfsberg wusste er Dienstag in der Kabine noch nicht, dass er einen Tag später gehen musste. Ob Kühbauer  auch gegen Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic laut wurde, als ihm der die Nachricht überbrachte? Durchaus denkbar, dass die jahrzehntelange Freundschaft der beiden unter dem Trainerwechsel in Grün-Weiß etwas litt. Als Rapid den am Mittwoch Nachmittag offiziell bekannt gab, trainierte Kühbauers interimistischer Nachfolger Steffen Hofmann noch mit der zweiten Mannschaft. Zwei Trainerwechsel in der Bundesliga innerhalb von drei Tagen sind auch nicht alltäglich. Montag erwischte es den inzwischen wieder gesudnen und topfiten Andreas Heraf bei Ried, Mittwoch Kühbauer. Sie waren als Spieler gemeinsam mit Rapid 1996 Meister und im Finale des Europacups der Cupsieger.

Heraf deponierte bereits einen Tag später via Sky Podcast sein Unverständnis über Rieds Maßnahme, weil er mit Ried in 21 Spielen, von denen er nur vier verlor, 35 Punkte holte. Und er dürfte seinen ehemaligen Assistenten und nunmehrigen Nachfolger Christian Heinle gemeint haben, als er eher sarkastisch behauptete, es gäbe eben in Österreich Fantasy-Trainer, die Mittwoch Abend Manchester City und Liverpool im Fernsehen sehen und glaubten, sie könnten am Wochenende mit ihrer Mannschaft den gleichen Fußball spielen. Kühbauer fällt sicher nicht unter die Fantasy-Trainer. Er schweig vorerst oder muss schweigen, obwohl er sicher einiges zu sagen hätte. Der Grund ist ganz einfach: Bei Heraf gab es eine einvernehmliche Vertragslösung mit Ried, Kühbauer steht bis Juni 2023 weiter auf Rapids Gehaltsliste. Darauf wird er sicher hingewiesen worden sein. Im Vergleich zu Heraf kassierte Kühbauer vier Niederlagen in seinen letzten zehn Spielen, Das wurde ihm zum Verhängnis.

Man kann Rapids Präsident Martin Bruckner und Barisic (Bild oben) glauben, dass ihnen die Trennung vom „Vorzeige-Rapidler“, wie Bruckner Kühbauer bezeichnete, nicht leicht fiel. Barisic betonte, in seiner Funktion müsse das Wohl des Klubs an oberster Stelle stehen und Rapid in einer Situation war, in der die Veränderung in Kühbauers Position nicht mehr abzuwenden war. Ihm ist es auch zu glauben, dass er aus Respekt vor dem amtierenden Cheftrainer bis Mittwoch mit keinem Kandidaten redete und verhandelte. Zum Zug soll laut Barisic der kommen, der die gesamte Ausrichtung des Klub mitträgt, sich damit identifiziert und künftig umsetzt.

Wer das sein kann? Wenn man sich erinnert, wie  Rapid in der Trainerära von Barisic erfolgreich spielte, auf Ballbesitz großen Wert legte, dann passt Markus Schopp von allen Kandidaten, die am Markt sind, am besten. Ferdinand Feldhofer hat zwar Fürsprecher in Hütteldorf. Aber von seinem deutschen Berater Robert Schneider, der früher unter anderem auch für Bastian Schweinsteiger und David Alaba arbeitete, erzählt man sich, dass er die Gehaltsforderungen für seine Klienten an deutschen Maßstäben orientiert. Wenn das so bleibt, wird er in Hütteldorf nicht zum Zug kommen.

Foto: SK Rapid/Klinglmüller.

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