Andreas Schicker bleibt der derzeit alleinige Geschäftsführer bei Hoffenheim und damit auch Christian Ilzer der Trainer. Die für Montag angesetzte Gesellschafter-Versammlung, auf der über die Freistellung oder Entmachtung von Schicker gesprochen werden sollte, fand gar nicht statt. Wurde von dem für die Hoffenheim-GmbH zuständigen Landgericht sozusagen verboten, indem es einem Antrag auf einstweilige Verfügung gegen die Einberufung der Gesellschafter-Versammlung durch Interimspräsident Christoph Henssler stattgab. Den Antrag stellte Hoffenheims Mäzen, Minderheits-Gesellschafter Dietmar Hopp. Der sich klar für den von ihm geholten Schicker stark gemacht hatte.
In Wahrheit sollte durch Schickers Absetzung oder „Degradierung“ zum Sportchef ohne Entscheidungsgewalt der Einfluss von Hopp auf den Klub, den er durch beträchtliches finanzielles Engagement von der Bezirksliga bis in die höchste Spielklasse brachte, beseitigt werden. Als Schicker bei einem Vieraugengespräch zu Henssler, der aus der Ultras-Fanszene kommt, dezidiert sagte, dass es den Verein ohne Hopp nicht geben könne, wurde er offenbar zum „Buhmann“. Henssler hatte bereits Sonntag noch vor dem 1:5 gegen Bayer erklärt, eigentlich sollte es um . Ob die Diskussionen beendet oder nur aufgeschoben sind, muss sich erst zeigen. Henssler trat Montag jedenfalls zurück.
Schicker beschäftigte statt Gesellschafter-Versammlung noch der Ärger über das Debakel in München, weil es eigentlich durch eine Fehlentscheidung von Referee Tobias Stieler eingeleitet wurde, die Hoffenheim gleich dreimal bestrafte. Der ehemalige deutsche Spitzenschiedsrichter Manuel Gräfe erklärte in „Bild“, er hätte diesen Elfmeter nie gepfiffen, weil zunächst Bayerns Dreifach-Torschütze Luis Diaz zuerst Hoffenheims Verteidiger Kevin Akpoguma am Dress festhielt und es daher in Wahrheit Freistoß für Hoffenheim und nicht Elfmeter für Bayern war. Das war der erste Teil der Strafe, durch den Bayern in Rückstand gerät. Durch die falsche Rote Karte für Akpoguma wurde ein Spitzenspiel zerstört und letztlich zur eindeutigen Angelegenheit für Bayern. Hoffenheim empfängt in der nächsten Runde Freiburg.
Das für Mittwoch angesetzte Pokal-Viertelfinale von Bayern gegen RB Leipzig wird trotz des Streiks im Münchener Nahverkehr stattfinden. Das ergab ein Gipfel zwischen Bayern, Müchener Verkehrsgesellschaft und Polizei.
Foto: foto2press.