Eishockey

Lehrgeld zahlen ist gegen Tschechien auch in Linz keine Schande

27 Tage vor dem WM-Auftakt in Bratislava bestreitet Österreichs Eishockeyteam Samstag in Linz den ersten von fünf Vorbereitungsspielen auf heimischem Eis. Die Revanche gegen Tschechien für das 1:3 (0:2, 0:0, 1:1) am Mittwoch in Znaim, die Teamchef Roger Bader nicht nur für seine Mannschaft als Herausforderung sieht, sondern auch für die Fans. Die Nevoga-Arena in Znaim war mit 4800 Zuschauern ausverkauft, es herrschte eine beeindruckende Atmosphäre. Das müsste doch auch in der Linzer Keine Sorgen-Arena möglich sein, in die auch 4800 Besucher passen. Sogar um 65 mehr. Der Anreiz außer der tschechischen Klassespieler: Eine Mannschaft mit nur Österreichern gab es in Linz diese Saison noch nie zu sehen! Das ist eine Neuigkeit und Rarität. Die einzige Chance in diesem Jahr, das zu erleben!

In Znaim waren die Österreicher speziell im ersten Drittel unterlegen. Sogar krass. Das kam wirklich nicht überraschend. Die Tschechen haben ein größeres Potenzial an Spitzenleuten, können den Ausfall der fast halben Mannschaft besser wegstecken. Ihre schwächeren Legionäre aus der russischen KHL und der Schweiz wären in Österreichs EBEL-Liga Superstars.“Es ist keine Schande, Lehrgeld zu zahlen“, sagte Bader in Znaim während der ersten Pause seinen Spielern in der Kabine, „es geht nur darum, daraus zu lernen“. Und die kapierten schnell, wie man im zweiten und letzten Drittel sah, als sie schnelleres und geradlinigeres Eishockey boten. So konnte der Schweizer am Ende das Resultat gegen den sechsfachen Weltmeister sogar als gut und zufriedenstellend bezeichnen.

Auch in Linz wird es keine Schande sein, Lehrgeld zu zahlen. Die Stimmung bei Bader und seinen Assistenten Reinhard Divis und Markus Peintner (im Bild oben vor der Linzer Halle mit einem Fan) ist durchaus positiv. In Znaim bot der Teamchef mit dem 22jährigen Dornbirn-Stürmer Philipp Pöschmann sowie in der Abwehr mit dem 19jährigen Nordamerika-Legionär aus Kärnten, David Maier, an der Seite von Innsbrucks Philipp Lindner, sowie mit dem 23jährigen Raphael Wolf an der Seite des 31jährigen Routiniers Markus Schlacher drei Debütanten auf. Wolf, der 1,97 Meter-Riese von Dornbirn, lief bisher sozusagen unter der Wahrnehmungsgrenze. Vielleicht auch, weil er in Dornbirn von Head Coach Dave MacQueen den Auftrag hatte, jeden Puck nur wegzuschießen. Nicht passen, einfach nur wegschießen. Im Team lief das anders. Und siehe, es funktionierte: „Ich sehe bei ihm durchaus WM-Chancen, auch wegen seiner Reichweite“, glaubte Bader nach dem respektablen Debüt. Das auch Maier gelang. Sein Kämpferherz kam auch auf internationaler Ebene zur Geltung. Auch mit dem dritten Verteidigerpaar, mit dem 18jährigen Vorarlberger Youngster Julian Payr von Davos und dem 23jährigen Thomas Vallant zeigte sich Bader zufrieden.

Auch mit der Vorstellung von David Kickert in der Problemzone Tormann: „Viele Schüsse in einem  schnellen Spiel. Das ist genau, was er braucht, um in WM-Form zu kommen.“ Auch in Linz wird´s für den „Lokalmatador“ der Black Wings in seinem 50.Länderspiel genug Arbeit geben. Aber das bringt dem 25jährigen einen Vorsprung gegenüber seinen Konkurrenten Bernhard Starkbaum, David Madlener und Lukas Herzog, die im Play-off diese Spielpraxis auf hohem Niveau nicht haben. Sondern Bankdrücker sind.

 

Meist gelesen

Nach oben