Fußball

Mateschitz rief ihn noch nicht an: Hasenhüttl bestand Härtest

„Supertrainer, Supertrainer“ skandierten die begeisterten Leipzig-Fans, als Ralph Hasenhüttl nach dem 2:1 (1:1) gegen Schalke am Sky-Tisch zum Interview Platz nahm. Den Härtetest nach der Herausforderung durch Bayerns 3:1 in Mainz am Freitag Abend  bestanden, Platz eins mit dem achten Sieg in Serie zurückgeholt: „Wenn mir  vor der ersten Runde jemand erklärt hätte, das wir nach 13 drei Punkten vor den Bayern in Führung liegen, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Nicht vergessen, wir flogen zuvor im Cup bei Zweitligist Dresden raus.“  Und jetzt siegt  Leipzig trotz  Besetzungsproblemen in der Viererabwehr nach Verletzungen: Gegen Schalke spielte schon der vierte Rechtsverteidiger. Stefan Ilsanker bewährte sich wieder im Abwehrzentrum, unter anderem mit einer coolen  Kopfballrückgabe beim letzten Schalke-Angriff in der 93. Minute, Marcel Sabitzer ackerte an der rechten Flanke. Hasenhüttl zeigte auch Größe, als  er zugab, dass seine Truppe  durch eine falsche Elferentscheidung  nach nur 19 Sekunden profitierte, Timo Werner ohne Foul zu Boden fiel. Dass Werner  selbst den geschenkten Penalty verwandelte, „krönte“ alles noch.

Die Schalker Fans , die  ihr Plus an Tradition mit den Transparent „gegründet von Malochern und Kumpeln“  tobten, Spieler und Trainer ebenso. Hasenhüttl meinte aber auch, man dürfe das Match nicht auf diese eine Szene reduzieren, der Sieg auf Grund der zweiten Hälfte auch verdient  gewesen wäre. „Wieder ein Schritt nach vorne in unserer Entwicklung“ Da widersprach ihm keiner. Und bei der Frage, ob Red Bull-Boss Didi Mateschitz  während der  beeindruckenden Siegesserie schon angerufen und  gratuliert habe, musste Hasenhüttl passen: „Bei mir sicher nicht.“ Seine Jubelsprünge am Ende werden  mit jedem Sieg offenbar höher.  Leipzig muss noch  zu Hasenhüttls Ex-Klub Ingolstadt, empfängt dann Hertha BSC Berlin, ehe drei Tage vor dem Heiligen Abend  der große Showdown bei den Bayern (zuvor gegen Wolfsburg und in Darmstadt) steigt.

Nicht alle Österreicher konnten sich so freuen wie Hasenhüttl, Ilsanker und Sabitzer. Etwa Alessandro Schöpf in Leipzig wegen Elfer  und Ende der Schalker Erfolgsserie. Aleksandr Dragovic verpasste mit Leverkusen den Heimsieg gegen Freiburg, weil der Mexikaner Chicarito den Finish einen Elfer vergab. Daher Frust über ein 1:1. Markus Suttner nützte sein  erstes Bundesligator für Ingolstadt aus einem Freistoß nichts -das bedeutete in Bremen zwar das 1:1, aber am Ende gewann Werder 2:1, atmete Bremen-Kapitän Zlatko Junuzovic  erleichtert durch. Am schlimmsten erwischte es  Peter Stöger  und Assistent Manfred Schmid mit Köln: 0:4 in Hoffenheim, höchste Niederlage der Saison. Weil Köln vor der Pause als bessere Mannschaft drei Sitzer ausließ. Fünf Stammspieler fehlten verletzt, ein sechster kam dazu: Marcel Risse erlitt einen Kreuzbandriss, Saison vorbei. Schwere Zeiten stehen bevor.

Auch in Liga zwei  ließ ein Österreicher aufhorchen: Marco Knaller im Tor von Sandhausen.  Er machte den 3:1-Sieg in Nürnberg  mit sensationellen Reaktionen möglich. Dabei sah der Kapitän mit Rapid-Vergangenheit, Stefan Kulovits, knapp vor der Pause nach einem Foul am ehemaligen Mitspieler Guido Burgstaller die Ampelkarte. Mit zehn Mann baute  Sandhausen den Vorsprung durch perfekte Konter von 1:0 auf 3:0 aus. Erst knapp vor Schluss bezwang Burgstaller Knaller mit einem Superschuss. Das 12. Saisontor  konnte den Kärntner, der  weiter die Schützenliste anführt,  aber nicht trösten.

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