Er ist ein Klagenfurter, spielt aber nicht beim KAC, sondern beim Kärntner Erzrivalen Villach. Schon das ist bei Paul Sintschnig ungewöhnlich. Genauso, dass er im November mit erst 16 Jahren im österreichischen Eishockeyteam debütieren wird. 1,83 Meter ist er groß, 75 Kilo schwer, in der ICE-League bestritt der Stürmer diese Saison zwölf Spiele, erzielte vier Treffer und leistete einen Assist. Mit 16 Jahren, sechs Monaten und 16 Tagen ist der jüngste Doppeltorschütze in der Geschichte der Liga. Gelungen am 26. September beim 8:3 gegen die Linzer Black Wings. Sein Vater war Verteidiger beim KAC, zuvor für ein „Lernjahr“ in Wien beim WEV. Teamchef Roger Bader bewies mit der Nominierung Sintschnigs für den Deutschland-Cup, in der Österreich auf drei Mannschaften aus den ersten zehn der Weltrangliste, die Slowakei, Deutschland und Lettland treffen wird, einmal mehr, dass er österreichischen Talenten mehr zutraut als viele Klubtrainer. Sintschnig hat bei Villach mit Tray Tuomie und Assistent Marc Pewal zwei, die ihn fördern. Es kann passieren, dass Sintschnig in dieser Saison bei drei Weltmeisterschaften spielen wird: Mit der U 18, der U 20 und dem Nationalteam.
In Baders Kader finden sich mit den Verteidigern Paul Stapelfeldt und Kilian Zündel sowie den Stürmern Lukas Haudum, Paul Huber, Lukas Kainz fünf Spieler des EC Graz. Dessen Präsident Herbert Jerich Samstag seinen schlechten Ruf bestätigte, noch zu sehr Fan zu sein, bei Wutanfällen über Niederlagen durchzudrehen, die Übersicht zu verlieren und daher seltsame Entscheidungen zu treffen. Weil die 2:3-Niederlage bei den Linzer Black Wings nach Verlängerung bei ihm schlechte Erinnerungen an das Viertelfinale der letzten Saison hervorriefen, in dem die Grazer an Linz scheiterten, alle Partien in die Verlängerung gingen, warf er in einer Einzelaktion den vor einem Jahr gekommenen Trainer Harry Lange raus. Obwohl die 99ers nur vier Punkte hinter Tabellenführer Pustertal liegen, mit einem Spiel weniger genauso viele Siege feierten wie Meister Salzburg feierten, sogar das beste Penaltykilling der Liga haben.
Mit dem Trainerrauswurf stellte er Sportchef Philipp Pinter vor vollendete Tatsachen, setzte ihn zum interimistischen Nachfolger ein. Auf den Trainerrauswurf folgte ein 4:1-Pflichtsieg gegen den Letzten Vorarlberg. Den Vienna Capitals gelang es im ersten Spiel mit Fabian Scholz und Rafael Rotter erst nach Penaltyschießen Vorarlberg 4:3 zu schlagen. Jerich fühlt sich zu solchen Alleingängen berechtigt, weil er die Aufrüstung der Mannschaft finanzierte. Er glaubt, den Meistertitel erkaufen zu können. Ein Irrtum, mit dem der Präsident für den Klub zur Belastung wird, einer vernünftigen Entwicklung im Wege steht. Mittwoch kommt Tabellenführer Pustertal nach Graz.
In der NHL konnte Marco Rossi mit Tor und Assist das 5:6 von Minnesota gegen San Jose nach Verlängerung nicht verhinder. Minnesota verlor sechs der letzten sieben Partien, Rossi kam bisher auf auch acht Scorerpunkte (zwei Tore, sechs Assists) in neun Einsätzen. Marco Kasper war bei Detroits Aufholjagd gegen Utah von 0:4 auf 6:4 der Spieler mit den meisten Checks. Er verteilte sieben. Detroit feierte in den letzten neun Spielen sechs Siege.
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