Fußball

Mit dieser Leistung auszuscheiden, tut dem LASK sehr weh

Normal ist der Jubel groß, wenn der Tabellenzweite aus Österreich völlig verdient gegen den Tabellenführer aus England  einen Punkt holt. Aber dem LASK tat das 3:3 (1:1) auf der Gugl gegen Tottenham  weh. Weil es anders als vor einem Jahr das Ausscheiden nach der Gruppenphase der Europa League bedeutete. Tottenham reichte das Unentschieden, zu dem Trainer Jose Mourinho nachher alle Gratulationen ablehnte, zum Aufstieg. Royal Antwerpen blieb nach dem 3:1 (1:1)-Heimsieg gegen Ludogorez Razgraad sogar Gruppenerster, jetzt sogar zwei Punkt vor Tottenham. Nur drei Minuten lang durfte der  LASK davon träumen, mit einem Sensationssieg weiter im Rennen zu bleiben.

Die Linzer, die den gesperrten Gernot Trauner im Abwehrzentrum durch Routinier James Holland ersetzten,  präsentierten sich viel selbstbewusster und mutiger als beim 0:3 in London, viel aggressiver. Bei Tottenham begannen mit Verteidiger Matt Doherty, Pierre-Emile Höjbjerg und Heung Min Son nur drei aus der Mannschaft, die letzten Sonntag ein Chelsea ein 0:0 erkämpfte. Aber die „Ersatzleute“ konnten sich sehen lassen: Der Kolumbianer Davinson Sanchez und Lucas Moura spielten 2019 im Champions League-Finale, Gareth Bale gewann bereits die Champions League. Aber der LASK dominierte sie.

Als der bis dahin wenig ins Spiel gekommene Peter Michorl nach 42 Minuten aus 18 Metern  Tormann-Routinier Joe Hart bezwang, schien der Bann gebrochen. Die Freude bei Michorl und Andres Anrade (Bild oben) war groß. Aber bei der letzten Aktion vor der Pause. ging die Hand von Panama-Innenverteidiger Andrade beim Versuch, den Schuss von Tanguy Ndombele zu blocken, zum Ball, den fälligen Elfmeter verwandelte Bale. Dennoch war der  LASK auch zu Beginn der zweiten Hälfte die tonangebende  Mannschaft, bis nach 56 Minuten der berühmte  Fehler zu viel passierte: Nach einem Pass von Holland ins Mittelfeld sprang dem Dänen Mads Madsen der Ball vom linken Fuß, das nützte Ndombele zu einem idealen Pass in den Lauf von Heung Min Son, den Holland nicht mehr einholte. Tottenham führte, schien das Match heim spielen zu können. Um dies zu schaffen, tauschte Mourinho ab der 65. Minute mit Eric Dier, Serge Aurier, Mousa Sissoko und Steve Bergwijn weitere vier Mann der ersten Besetzung ein, dazu Dele Alli. Aber nach 84 Minuten überraschte Johannes Eggestein Hart. Die Hoffnung auf den lucky punch im Finish dauerte nur zwei Minuten: Dann verlor Michael Wiesinger bei einem Konter Bergwijn aus den Augen, stieß Hollands Teamstürmer im Strafraum nieder. Der zweite Elfer für Tottenham. Diesmal verwandelte  Dele Alli.

Es spricht für den Charakter des LASK, dass er sich nicht geschlagen gab, durch das erst Europa League-Tor des eingewechselten Franzosen Mamodou Karamoko in der dritten Minute der Nachspielzeit ausglich Gegen den Kunstschuss von der Strafraumgrenze hatte Hart keine Chance. „Wir haben´s leider daheim gegen Antwerpen vergackt“, sagte Torschütze Micchorl nachher ehrlich in die Puls 4-Kameras, „für die Leitung gegen Tottenham  müssen wir uns wirklich keinen Vorwurf machen, auch wenn wir uns zwei Tore selbst geschossen haben!“ Zum zweiten Mal in rosa Dressen, zum zweiten Mal kein Glück. Die 0:2-Heimniederlage gegen die Belgier plus Rot für Trauner schmerzte eine Woche später noch mehr. Trainer Dominik Thalhammer sah die Darbietung extrem positiv, zurecht seine Mannschaft als die bessere, was alle Werte belegten. Das empfand er als phänomenal. Mourinho gestand, dass nicht viel gefehlt habe und Tottenham hätte die zweite Niederlage nach dem 0:1 von Antwerpen bezogen, weil einige Spieler, die wissen, dass sie Sonntag in der Premier League gegen Arsenal nicht zum Zug kommen werden, nicht motiviert gewesen wären. Was hilft´s, am Ende bleibt für den LASK das bittere Fazit: Es tut auch weh, mit erhobenem Haupt auszuscheiden.

Foto: UEFA.

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